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Der Norden Hildesheimer Hassprediger für 150 Tote mitverantwortlich?
Nachrichten Der Norden Hildesheimer Hassprediger für 150 Tote mitverantwortlich?
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00:15 24.07.2017
Der „Prediger ohne Gesicht“: Abu Walaa zeigt sich immer von hinten. Quelle: dpa
Hildesheim

Das geht aus der über 100 Seiten starken Anklageschrift hervor. Abu Walaa soll zusammen mit vier Mitstreitern vor das Oberlandesgericht Celle gestellt werden.

„Zentrale Führungsposition“

Die Bundesanwaltschaft wirft Abu Walaa vor, Mitglied des IS zu sein, Terrorismus finanziert und öffentlich zu Straftaten aufgerufen zu haben. Er habe als Repräsentant des IS in Deutschland „die zentrale Führungsposition“ übernommen. Und er habe durch Kontakte in die IS-Spitze sogar Einfluss darauf gehabt, wie die Terrororganisation seine Schützlinge einsetzte. Die Anklageschrift nennt dafür Beispiele:

Sommer 2014

Vor drei Jahren soll der 33-jährige Hassprediger die Reise der deutschen Konvertiten Mark und Kevin K. in den Irak organisiert haben. Mark K. soll sich im März 2015 bei einem IS-Angriff in die Luft gesprengt und dabei mindestens zwölf Soldaten getötet haben. Auch sein Bruder Kevin soll einen Monat später mit einem mit Sprengstoff beladenen Fahrzeug einen Selbstmordanschlag verübt haben. Bei dem Angriff kamen rund 140 Soldaten ums Leben.

Herbst 2014

Abu Walaa soll dem Konvertiten Martin L. mit 2000 Euro geholfen haben, nach Syrien zu gelangen. Er soll dafür gesorgt haben, dass L. einen Posten im Sicherheitsapparat des IS bekam, wo er für die Überwachung deutscher IS-Mitglieder zuständig gewesen sein soll.

Dezember 2014

Abu Walaa und sein mutmaßlicher Helfer Hasan C. sollen einen weiteren Kämpfer zum IS gebracht haben.

Sommer 2015

Abu Walaa soll zwei seiner mutmaßlichen Helfer angewiesen haben, dem Bochumer Anil O. bei der Ausreise nach Syrien zu helfen. Anil O. erreichte den IS in Syrien, wandte sich jedoch ab und gilt inzwischen als Kronzeuge gegen Abu Walaa. Der Hass­prediger soll seine Anhänger Mitte September dazu aufgerufen haben, Anil O. als „Verräter“ zu töten.

Laut „Süddeutscher Zeitung“ soll Abu Walaa auch selbst in Syrien gekämpft haben. In der Anklageschrift gebe es Bilder, die ihn mit einer Kalaschnikow bewaffnet im Kriegsgebiet zeigten. Zudem soll er auch Kontakt zum Berliner Attentäter Anis Amri gehabt haben. So habe es ein 30-minütiges Vier-Augen-Gespräch der beiden gegeben.

Ein Prozess würde vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Celle um den Vorsitzenden Richter Frank Rosenow stattfinden. Der hatte bereits die Verhandlung gegen Safia S. aus Hannover geführt, die einen Polizisten mit einem Messerangriff im Hauptbahnhof lebensgefährlich verletzt hatte. Einen Starttermin für den Prozess gebe es noch nicht. Das Gericht müsse erst noch entscheiden, ob es die Anklage zulasse, sagte eine Sprecherin am Donnerstag.

Von Tarek Abu Ajamieh

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