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Der Norden Erzieher und Therapeuten arbeiten meist nur in Teilzeit
Nachrichten Der Norden Erzieher und Therapeuten arbeiten meist nur in Teilzeit
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00:17 28.07.2018
Hilfe, aber nur in Teilzeit: Viele Therapeuten und Erzieher, die Kinder an Schulen unterstützen, arbeiten nicht voll. Quelle: dpa
Hannover

Um behinderte Kinder besser zu unterstützen, fordern die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und die FDP, Ergotherapeuten, Sozial- und Heilpädagogen, Logopäden und Erzieher nicht länger in Teilzeit zu beschäftigen, sondern ihnen Vollzeitverträge zu geben. Wie aus einer jetzt veröffentlichten Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP hervorgeht, haben an Förderschulen nahezu alle dieser Fachkräfte, an Grund-, Ober- und Gesamtschulen deutlich mehr als die Hälfte Teilzeitverträge.

Teilzeitvertrag ist die Norm

Von den 1968 pädagogischen Mitarbeitern an Förderschulen hatten Mitte Juli nur 175 eine volle Stelle, während 1540 Beschäftigte Teilzeitverträge zwischen 50 und 80 Prozent hatten. Auf unter 50 Prozent kamen 231 Mitarbeiter.

An weiterführenden Schulen waren Mitte Juli 914 Sozialpädagogen und Therapeuten angestellt, 534 von ihnen nur mit Teilzeitverträgen zwischen 50 und 80 Prozent. Nur etwa jeder Dritte hatte eine volle Stelle. An den Grundschulen arbeiten 25 Fachkräfte, nur eine Person in Vollzeit. „Teilzeitverträge führen dazu, dass man oftmals Stellen nicht besetzen kann“, kritisiert Björn Försterling (FDP).

2002 waren die Stellen für Fachkräfte aus Spargründen gekürzt worden. Jetzt will das Land gegensteuern. Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) plant, im nächsten Jahr 400 pädagogische Mitarbeiter an Förderschulen für geistig- und körperlich behinderte Kinder sowie verhaltensauffällige Schüler von 80 auf 100 Prozent aufstocken.

Zu wenig Hilfe für behinderte Kinder an Regelschulen

Nach Ansicht der GEW dürfte dies kaum ausreichen. Gerade an den Regelschulen wachse der Bedarf an Unterstützung. Viele Kinder mit Handicap könnten dort nicht ausreichend betreut und gefördert werden, moniert Horst Audritz vom Philologenverband: „Fehlende Sozialpädagogen, inhaltlich und zeitlich überforderte Lehrer, große Lerngruppen, keine individuellen Betreuungsmöglichkeiten machen die Situation für unterstützungsbedürftige Schüler, aber auch für Schüler ohne Unterstützungsbedarf unzumutbar.“

Das Kultusministerium betreibe Augenwischerei, wenn es auf die gestiegene Inklusionsquote und den zeitlichen Aufschub für die Förderschulen Lernen verweise, meint Audritz. Im vergangenen Schuljahr wurden 64,3 Prozent der Kinder mit einer Beeinträchtigung in den Klassen 1 bis 9 an einer Regelschule unterrichtet. Anders als ursprünglich geplant dürfen 51 Förderschulen bis 2028 bestehen bleiben. Das bedeute, dass diese Standorte schon 2022 letztmalig Fünftklässler aufnehmen dürften, sagt Audritz. Er spricht von „Zwangsinklusion ohne Rücksicht auf den Elternwillen“.

Mangelware Sonderpädagogen

Nach Ansicht der Grünen dürfte der verlängerte Bestandsschutz für 51 Förderschulen den Mangel an Sonderpädagogen gerade auch für inklusive Regelschulen noch verschärfen. Schon jetzt gebe es kaum genügend Sonderpädagogen, um behinderte Kinder angemessen zu unterstützen, bemängelt dagegen Elternvertreterin Anika von Bose aus dem Kreis Celle. Nach Expertenschätzungen fehlen derzeit rund 1800 Kräfte in Niedersachsen. Ein Ministeriumssprecher verweist darauf, dass die Inklusionsstunden zwar nicht von Sonderpädagogen, zu einem Großteil aber von anderen Lehrkräften abgedeckt worden seien. Zudem seien die Studienplätze für Sonderpädagogik verdoppelt worden, ab 2020 könnten jährlich 400 Studenten beginnen. Die Situation bleibe aber herausfordernd.

Von Saskia Döhner

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