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Der Norden In Niedersachsen fehlen mindestens 3000 Altenpfleger
Nachrichten Der Norden In Niedersachsen fehlen mindestens 3000 Altenpfleger
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00:17 29.04.2018
Pfleger dringend gesucht! Quelle: Peter Steffen
Hannover

Der Fachkräftemangel in der Alten- und Krankenpflege nimmt immer dramatischere Züge an. So fehlen bundesweit mehr als 25.000 Fachkräfte sowie 10.000 Hilfskräfte, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervorgeht. In Niedersachsen sind nach Angaben des Sozialministeriums die Stellen von knapp 3000 Fach- sowie 1000 Hilfskräften unbesetzt.

„Das Problem verschärft sich über die Jahre, weil die demografische Entwicklung gleich doppelt zuschlägt“, sagte Niedersachsens Sozialministerin Carola Reimann (SPD) der HAZ. „Wir haben Fachkräftemangel, weil die Zahl der Älteren und Pflegebedürftigen ansteigt, während immer weniger junge Leute nachrücken, die zum Beispiel den Pflegeberuf ergreifen können.“ 

In Niedersachsen kommen nach Auskunft der Bundesagentur für Arbeit auf 100 offene Stellen in der Altenpflege nur 15 arbeitslose Fachkräfte – unterschritten wird dieser Wert nur von Bayern, Thüringen, Rheinland-Pfalz und Sachsen, wo auf 100 offene Stellen nur 14 beziehungsweise 13 Bewerber kommen. Im Bundesschnitt sind es 21. In der Krankenpflege standen 100 offenen Stellen im Bundesschnitt durchschnittlich 41 arbeitslose Fachkräfte gegenüber, in Niedersachsen liegt die Relation bei 100 zu 40 Fachkräften. Hier gab es im vergangenen Jahr 1172 offene Stellen in der Krankenpflege.

Der Plan der Bundesregierung, 8000 neue Pfleger einzustellen, wird nach Ansicht von Experten das Problem zwar etwas mildern, aber nicht lösen. „Es sind schlicht nicht genügend ausgebildete Fachkräfte da – weil dem Beruf das Ansehen fehlt, das ihm gebührt“, sagt etwa der niedersächsische Diakonie-Vorstandssprecher Hans-Joachim Lenke. Auch die niedersächsische FDP-Landtagsabgeordnete Sylvia Bruns forderte am Mittwoch Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung des Pflegeberufs.

Sozialministerin Reimann setzt auf Zusammenarbeit. „Das Problem können weder die Pflegeanbieter noch die Politik allein lösen. Deshalb müssen sich der Staat, die Krankenkassen und die Pflegespezialisten zusammensetzen.“ Neben der gebührenfreien Ausbildung, die in Niedersachsen bereits Realität ist, sei eine gute, tarifgerechte Bezahlung der Pflegekräfte geboten, sagte Reimann. 

Die will die niedersächsische Landesregierung nach Reimanns Worten jetzt an die Finanzierung von Krankenhäusern koppeln. „Beim Programm zur Stärkung der ambulanten Pflege im ländlichen Raum machen wir das bereits. Mit dem neuen Krankenhaus- und Pflegesetz werden wir alle Förderung an eine tarifgerechte Bezahlung knüpfen. Das ist neu – so haben wir es auch im Koalitionsvertrag in Niedersachsen vereinbart.“

Außerdem hält sie es für nötig, ausgebildete Pfleger, die ausgestiegen sind,  für den Beruf zurück zu gewinnen. „Da gibt es eine stille Reserve“, sagt die Ministerin.

Von Michael B. Berger

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