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Der Norden In Niedersachsen fehlen die Fahrlehrer
Nachrichten Der Norden In Niedersachsen fehlen die Fahrlehrer
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19:20 16.04.2018
In Niedersachsen gibt es immer weniger Fahrlehrer. Quelle: dpa
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Göttingen

 Sandra Nissen war eine Exotin, als sie sich nach dem Abitur für ihren Beruf entschied.  „In der Fahrlehrerklasse war ich die einzige Frau“, erinnert sich die Göttingerin. „Dann bin ich 2001 gleich auch noch Deutschlands jüngste Fahrlehrerin geworden.“ Nun freut sich die inzwischen 38-Jährige, dass sich immer mehr Frauen für die Arbeit in einer Fahrschule ausbilden lassen. „Wir Fahrlehrerinnen sind äußerst gefragt“, sagt Nissen. Und es gebe sehr viele Kollegen, die dringend nach Nachwuchs suchten.

„ Es ist schwierig, Fahrlehrer zu bekommen“, sagt der Vorsitzende des Fahrlehrerverbands Niedersachsen, Dieter Quentin. „Überall suchen Fahrschulen händeringend nach Mitarbeitern.“ Derzeit fehlten landesweit vermutlich bereits Hunderte von ausgebildeten Fahrlehrern.

Nur weil die aktiven Fahrlehrer vielfach bis an die Belastungsgrenze gingen, könnten momentan noch alle Fahrschüler unterrichtet werden, meint Quentin. Dies könnte sich aber bald ändern. Insbesondere im Bereich Busse und andere Nutzfahrzeuge seien Engpässe zu erwarten. 

Ein Drittel geht bald in den Ruhestand

Denn nach Schätzungen geht in den kommenden Jahren etwa ein Drittel der verbliebenen Fahrlehrer in den Ruhestand. „Wir haben so viele alte Fahrlehrer. Die Situation ist beängstigend“, sagt Jann-Bernd Webermann von der Norddeutschen Fahrlehrerakademie in Hannover. Das Durchschnittsalter liegt bei rund 55 Jahren.

Einen wesentlichen Grund für den Nachwuchsmangel sieht der Fahrlehrerverband darin, dass die Bundeswehr seit Jahren deutlich weniger Fahrlehrer ausbildet als zu Wehrpflichtzeiten. Die kleinere Armee brauche eben auch weniger Fahrlehrer. Und eine private Ausbildung zum Fahrlehrer ist teuer. Sie kostet mehr als 10 000 Euro. „Da wäre dringend öffentliche Unterstützung nötig“, meint Quentin.

Falsch geparkt, bei rot über eine Ampel gefahren oder nach der Geburtstagsfeier trotz Bier hinters Steuer gesetzt: Wer als Verkehrssünder erwischt wird, muss oft tief in die Tasche greifen.

Positiv ausgewirkt hat sich offenbar die Reform des bundesweiten Fahrerlehrergesetzes zu Beginn dieses Jahres. Vermutlich weil der Lkw-Führerschein nicht mehr Voraussetzung ist, seien die Kurse in diesem Jahr ziemlich voll, heißt es beim Verkehrsinstitut Bielefeld, zu dessen Trägern der niedersächsische Fahrlehrerverband gehört. „Die Zahl der weiblichen Teilnehmer ist besonders deutlich gestiegen“, sagt Ausbildungsleiter Klaus Peter-Altheide. 20 der 52 neuen Schüler, also weit mehr als ein Drittel, seien nun Frauen. Bisher liege der Frauenanteil bei den Fahrlehrern bei nur acht Prozent. 

Dabei sei der Beruf durch die flexible Zeiteinteilung sehr familienfreundlich, meint der Ausbildungsleiter. Vor der Technik müsse niemand Angst haben. In seinen 34 Arbeitsjahren am Verkehrsinstitut habe sich der Schwerpunkt der Ausbildung stark verändert: „Mittlerweile ist es eine pädagogische Ausbildung.“ Da zeigten Frauen offenbar oft besonderes Gespür. Quentin vom Fahrlehrerverband beteuert: „Die Zeiten, als man Kraftfahrer von Kraft hergeleitet hat, sind vorbei.“ Viele in dem Gewerbe seien Umsteiger und hätten Bürojobs oder andere Berufswege hinter sich. 

Fahrlehrerin Sandra Nissen erzählt, dass vor allem Schülerinnen häufig gezielt nach einer Lehrerin suchen. „Viele kommen zu mir, nachdem sie negative Erfahrungen mit Fahrlehrern gemacht haben, die ein bisschen lauter oder ungeduldig wurden“, sagt die Besitzerin einer Fahrschule in der Göttinger Innenstadt. Auch die männlichen Fahrschüler hätten erkannt, dass am Klischee, Frauen könnten nicht Auto fahren, nichts dran sei. Ihren Beruf könne sie weiterempfehlen. „Heute ging es wieder mit dem Motorrad über Land“, schwärmt Nissen. „Auch der Umgang mit den jungen Menschen macht mir super viel Spaß.“ 

Keine Sorge um Arbeitsplätze

Sorgen um einen Arbeitsplatz müssten sich die angehenden Fahrlehrer nicht machen. „Alle Absolventen werden vermittelt, zum Teil schon vor der Abschlussprüfung“, sagt Peter-Altheide vom Verkehrsinstitut. In Göttingen blinkt in der Nähe des Bahnhofs ein optischer Hilferuf außen an einer Fahrschule: „Fahrlehrer gesucht“ - in gelber Leuchtschrift. „Ich suche schon lange, geholfen hat es bisher nichts“, sagt Inhaber Udo Wichmann. „Ich finde einfach kein qualifiziertes Personal.“ Dabei würde er am liebsten zwei bis drei Leute einstellen.

Von Gabriele Schulte und Matthias Brunnert

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