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Der Norden Heimatbund zählt in Niedersachsen fast 2000 Alleen
Nachrichten Der Norden Heimatbund zählt in Niedersachsen fast 2000 Alleen
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00:23 18.03.2018
Landschaftsprägend: Eine Lindenallee bei Heersum im Landkreis Hildesheim.  Quelle: Ansgar Hoppe
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Hannover

 Drei Jahre lang sind Ehrenamtliche und Mitarbeiter des Niedersächsischen Heimatbundes (NHB) durchs Land gestreift und haben Bäume entlang von Straßen und Wegen begutachtet. Am Donnerstag stellte der NHB in Hannover die Ergebnisse des Projekts vor. „Niedersachsen ist ein Alleen-Land“, sagte Projektleiter Max Peters. „Alleen durchziehen Niedersachsen wie ein grünes Netz.“ Es sei gelungen, knapp 2000 Alleen zu identifizieren und zu bewerten. Mehr als die Hälfte (57 Prozent) habe eine „landschaftsprägende Wirkung“. 

Ziel des von der Bingo-Umweltstiftung geförderten Projekts war, Klarheit über Geschichte, Verteilung, Charakter sowie Gefährdung und Schutz der Alleen im Land zu bekommen. „Nur was man kennt, kann man schützen“, sagt Peters. Interessierte waren aufgerufen, dem NHB ihnen bekannte Alleen zu melden. Die meisten davon wurden dann vom Heimatbund aufgesucht, fotografiert und begutachtet. Als beliebteste Alleepflanze stellte sich die langlebige Linde heraus, die mit 35 Prozent mehr als ein Drittel der Alleebäume stellte, gefolgt von der Stieleiche mit 20 Prozent. Deutlich geringer war der Anteil von Ahorn (11 Prozent), Birke (9 Prozent), Kastanie, Esche, Buche, Pappel und Obstbäumen. Etwa ein Viertel der Alleen beschränkte sich nicht auf eine Baumart. 

16 von 100 Alleen sind älter als 90 Jahre, fast ein Drittel zwischen 60 und 90 Jahren, knapp die Hälfte zwischen 30 und 60 Jahren. „In jüngerer Zeit wurden deutlich weniger Alleen angelegt. „Nur sechs Prozent sind jünger als 30 Jahre“, berichtet Landschaftswissenschaftler Peters. Das hänge mit der Zunahme des Straßenverkehrs und dem Bau immer breiterer Verkehrsachsen zusammen. „Bis heute werden Alleen in Niedersachsen im Zuge von Neu-, Aus- und Umbau von Straßen nachrangig behandelt und im Zweifel gefällt“, sagt der am Projekt beteiligte Biologe Ansgar Hoppe. Alleebäume würden vor allem als Unfallgefahr gelten, obwohl sie Autofahrern auch helfen, sich gerade in flacher Landschaft weiträumig zu orientieren.

Mit mehr als 1780 Streckenkilometer gehört Niedersachsen zu den Bundesländern mit den meisten Alleen, allerdings mit deutlichem Abstand hinter Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Die meisten Alleen fanden sich entlang von Kreisstraßen (603 Kilometer), gefolgt von Gemeindestraßen, Landesstraßen und kleineren Wegen. Die Strecke an Bundesstraßen betrug 198 Kilometer.

Schon unter Napoleon, sagen die Alleeexperten, wurden Chausseebäume gepflanzt, um den Verkehr auf den Straßenraum zu begrenzen, Schatten zu spenden und die Fahrbahndecke trocken zu halten. Zeugnisse aus der Zeit um 1800 finden sich beispielsweise noch an der ehemaligen Bundesstraße 3 von Hannover nach Celle, an der heutigen B 243 bei Hildesheim-Marienburg und an der B 444 bei Uetze in der Region Hannover. 

Dem Heimatbund sind die landschaftsprägenden Alleen ein besonderes Anliegen. „Auch gegenwärtig sind Alleen In Niedersachsen gefährdet“, sagt Peters. Eien Aufnahme der Alleen in das niedersächsische Ausführungsgesetz zum Bundesnaturschutzgesetz sei „dringend erforderlich“.

Die NHB-Karte mit Kurzbeschreibungen der Alleen findet sich unter

Von Gabriele Schulte

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