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Der Norden Er führte einst Adenauer durch die Stadt
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00:16 05.01.2017
Schnappschüsse an der Wand: Günter-Helge Strickstrack in seiner Jagdhütte bei Celle.  Quelle: Villegas
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Hustedt

Wann zählt man zu den erfahrenen Köpfen einer Partei? Nach 30 Jahren Mitgliedschaft, nach 40? Zahlen, über die Günter-Helge Strickstrack nur leicht lächeln kann. Der 95-Jährige ist seit 71 Jahren Mitglied der CDU.

Schumacher hat ihm imponiert

„Ja, das hätte sein können“, lacht Strickstrack heute. Denn direkt nach dem Krieg war der damals 24-Jährige auf der Suche. Einen anderen Beruf als den des Fliegers in einem Stuka-Geschwader hatte er nicht gelernt, das Land lag wirtschaftlich wie politisch in Trümmern. „Da hat man sich Gedanken gemacht, was werden soll aus Deutschland.“ Antworten erhoffte sich Strickstrack von einem Auftritt des SPD-Neubegründers Kurt Schumacher im Juni 1945 in Salzgitter. Der von seiner langen KZ-Haft gezeichnete, aber immer noch kämpferische und charismatische Kopf der Sozialdemokratie imponierte damals dem jungen Mann. „Das hat mir gut gefallen, was der gesagt hat“, sagt Strickstrack heute.

Doch nach Schumacher habe ein Bürgermeister gesprochen und die Soldaten der Wehrmacht als Kriegsverbrecher bezeichnet, erinnert sich Strickstrack. Er selbst sei aufgestanden und habe dagegengehalten. Den Bürgermeister hat der Protest des empörten Ex-Offiziers Strickstrack vermutlich nicht beeindruckt, einen anderen Zuhörer im Raum schon: Er sprach Strickstrack nach der Veranstaltung an. Man habe vor, eine christliche demokratische Partei zu gründen - ob er nicht mitmachen wolle? „Und dann haben wir am 10. August 1945 in Braunschweig die CDU gegründet“, sagt Strickstrack.

Es war eine regionale Gründung von vielen. Anders als die SPD, die es bereits vor der Zeit des NS-Regimes gegeben hatte, musste die CDU nach dem Krieg neu erfunden werden. Nahezu zeitgleich fanden sich in verschiedenen Regionen und Besatzungszonen Katholiken und Protestanten zusammen, um eine interkonfessionelle christliche Partei der konservativen Mitte zu gründen. Die Gründung der CDU könne daher nur schwer auf ein Datum reduziert werden, schreibt die Konrad-Adenauer-Stiftung. Der letzte große Gründungsschritt wurde jedenfalls erst am 21. November 1950 in Goslar unternommen: Denn erst da hat sich die CDU unter dem bereits seit einem Jahr regierenden Bundeskanzler Konrad Adenauer auch als Bundespartei gegründet.

Stadtbummel mit Adenauer

Auch bei dem Goslarer Parteitag war Strickstrack dabei. „Ich habe Herrn Adenauer durch die Stadt geführt“, erzählt er. Es war nicht seine erste Begegnung mit Ade­nauer, bereits 1947 war Strickstrack in einem Parteiausschuss, den Adenauer leitete. Er habe ein „beinahe väterliches Verhältnis“ zum damaligen Kanzler gehabt, sagt Strickstrack.

Bis heute hält er Adenauer für den besten Vorsitzenden, den die CDU jemals gehabt habe. Danach kommt für ihn die aktuelle Vorsitzende Angela Merkel. Mit Helmut Kohl und seiner kumpeligen, leutseligen Art ist Strickstrack dagegen nie so richtig warm geworden. „Herr Adenauer hätte Angela Merkel nie sein ,Mädchen’ genannt“, meint er und schüttelt den Kopf.

Konservativ aus Überzeugung

Auf Manieren legt der 95-Jährige großen Wert. Seine nicht einmal halb so alten Besucher in seiner Jagdhütte in Hustedt bei Celle überrascht er, indem er ihnen wie selbstverständlich aus dem Mantel hilft. Man tut dem passionierten Jäger und gläubigen Protestanten wohl kein Unrecht, wenn man ihn auch sonst als Konservativen einschätzt - und damit zu dem Teil der CDU zählt, der am stärksten von der Alternative für Deutschland umworben wird. Das sei ein Problem, meint auch Strickstrack: „Der konservative Teil der CDU ist nicht mehr so ausgeprägt. Das bedauere ich sehr.“

Ernsthaft gehadert mit seiner Partei oder gar einen Austritt aus der CDU erwogen habe er aber nie. Und auch die aktuelle Flüchtlingspolitik der Kanzlerin nimmt Strickstrack in Schutz: „Ich denke, dass ein reiches Land wie Deutschland Flüchtlinge aufnehmen muss, wenn eine Gefahr für Leben besteht.“

Eine Karriere in der Politik habe er nie angestrebt, sagt Strickstrack, der als Textilunternehmer sein Geld verdient hat. Aber Politik habe ihn immer interessiert. Auch jetzt fährt er noch immer zu jedem Landes- und Bundesparteitag seiner CDU und wird am 12. Februar auch von seiner Partei in die Bundesversammlung geschickt, um dort den nächsten Bundespräsidenten zu wählen: Frank-Walter Steinmeier - einen Sozialdemokraten.

Dem Bremer Alt-Bürgermeister Henning Scherf (SPD) macht der Tod eines mutmaßlichen Drogendealers bei einem Brechmitteleinsatz im Jahre 2005 noch immer zu schaffen. Er fühle sich schuldig, sagte der 78-Jährige jetzt dem Kundenmagazin der Allianz-Versicherungsgruppe.

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