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Der Norden Flüchtling stellt sich Messerstecher entgegen
Nachrichten Der Norden Flüchtling stellt sich Messerstecher entgegen
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09:46 15.03.2018
„Das kam so plötzlich“: Cheikh Ibra D. bestreitet die Tat nicht. Quelle: Foto: Gossmann
Hildesheim

Mehrmals hatte der Angeklagte seine Ehefrau gefragt, ob sie zu ihm zurückkehren würde. Doch die 25-Jährige wollte nicht mehr. Da griff der 35-jährige Mann zum Messer und stach die Mutter seiner beiden Kinder nieder – morgens gegen 8.30 Uhr an der viel befahrenen Peiner Straße in der Hildesheimer Nordstadt. Seit Montag steht Cheikh Ibra D. nun wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht Hildesheim.

Begegnung am Kindergarten

Dass es beim Versuch blieb, ist wohl nur dem mutigen Eingreifen eines 34-jährigen Syrers aus Borsum (Kreis Hildesheim) zu verdanken. Vor wenigen Tagen bekam Hadi Esmaeel dafür den Zivilcourage-Preis Kriminalpräventionsverein der Gemeinde Harsum. Esmaeel war an jenem Novembermorgen mit dem Bus auf dem Weg zu einem Eingliederungslehrgang und riskierte mit dem Eingreifen sein eigenes Leben. „Ich kann nicht einfach stehen bleiben, wenn jemand Hilfe braucht“, sagte er. „Das ist meine Pflicht gegenüber der Gesellschaft.“

Die Attacke am 9. November wirft Fragen auf. Hatte der Mann sie geplant oder ist ein länger schwelender Ehestreit plötzlich derart eskaliert? Fest steht, dass sich die Eheleute – beide stammen aus dem Senegal – morgens am Kindergarten getroffen hatten. Ob zufällig oder verabredet – da gehen die Angaben auseinander. Die Frau lebte zu diesem Zeitpunkt bereits einige Tage im Frauenhaus. Sie wollte das jüngste Kind gerade in den Kindergarten bringen. Der Vater kam kurz darauf mit dem älteren Kind. Beide gingen anschließend gemeinsam ein Stück des Weges. Sie wollte zum Jobcenter, er zurück in die Wohnung. Wieder drängte er sie zur Rückkehr. Grund für die Trennung sollen Schulden sowie die Spielhallenbesuche des Mannes gewesen sein. Doch die Frau sagte ihm erneut, dass sie in einer eigenen Wohnung leben wollte. 

Da holte der Mann ein Küchenmesser mit einer zehn Zentimeter langen Klinge aus der Jackentasche und stach laut Anklage wahllos in Hals, Gesicht, Oberkörper, Arme und Rücken – selbst dann noch, als sein Opfer schon am Boden lag. Ein Stich verletzte die Lunge lebensbedrohlich. „Das kam so plötzlich“, sagt die Frau jetzt vor Gericht. Schon einmal habe ihr Mann sie mit einem Messer bedroht. Sie sei damals erschrocken gewesen, habe aber nicht geglaubt, dass er zustechen würde.

Warum er mit einem Küchenmesser in der Jackentasche herumlaufe, wollte der Vorsitzende Richter Peter Peschka vom Angeklagten wissen. Seine Erklärung: In der morgendlichen Eile habe er das Messer bei seinem Kind entdeckt und es ihm erst im Treppenhaus abgenommen und eingesteckt.

Der 35-jährige räumt die Tat ein, kann sich aber nicht mehr erinnern, wie es dazu gekommen ist. Er sagte, dass seine Frau ihn vorher beleidigt habe. Der Prozess wird morgen fortgesetzt.

Von Renate Klink

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