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Der Norden Deutsche sind zu dick – hilft Ernährung als Schulfach? 
Nachrichten Der Norden Deutsche sind zu dick – hilft Ernährung als Schulfach? 
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00:18 10.05.2018
Wie kann man Übergewicht vorbeugen, vielleicht durch ein neues Schulfach? Quelle: Waltraud Grubitzsch
Hannover

  Führende CDU-Politikerinnen fordern angesichts der zunehmenden Probleme mit Übergewicht und Diabetes in Deutschland ein radikales Umdenken bei der Ernährung. Niedersachsens Agrarministerin Barbara Otte-Kinast sprach sich dafür aus, bei der Bildung anzusetzen. „Ernährung sollte wieder ein Schulfach werden – von der Grundschule an“, sagte Otte-Kinast der HAZ. Auch ihre Bundeskollegin Julia Klöckner hält es für nötig, Kinder schon von klein auf über gesunde Ernährung zu unterrichten. 

Otte-Kinast hat vor allem Alltagskompetenzen im Blick: Einkaufen, Kochen, Ressourcenschonung – und den Umgang mit Geld. Jungen Menschen fehlten diese Kompetenzen häufig, sagt sie und kündigt an: „Wir wollen in Niedersachsen ein Zentrum für Hauswirtschaft und Ernährung auf den Weg bringen.“ Ziel müsse es sein, dass Lebensmittel wieder wertgeschätzt würden. „Kartoffeln wachsen nicht auf dem Baum, und Erdbeeren gibt es nicht jeden Monat im Jahr“, sagte die Ministerin. Dieses Bewusstsein für Lebensmittel werde nur durch eine gute Bildung von klein auf erreicht.

Einer Studie des Robert-Koch-Instituts zufolge gelten 15,4 Prozent der Kinder und Jugendlichen von drei bis 17 Jahren als übergewichtig oder adipös, bei erwachsenen Männern sind es 67 Prozent, bei den Frauen 53 Prozent. Die Anzahl der Diabeteserkrankungen ist zuletzt drastisch gestiegen. Ein Bündnis aus Ärzteverbänden, Krankenkassen und Fachorganisationen hat deshalb jetzt in einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) unter anderem eine Zuckersteuer gefordert.

Otte-Kinast lehnt eine solche Steuer ab. „Alles, was staatlich gesteuert ist, sehe ich mit Skepsis“, sagte die Ministerin. Damit liegt Otte-Kinast auf einer Linie mit Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU). Durch eine Strafsteuer würden nicht alle gesund, sagte Klöckner: „Vielmehr müssen wir den Lebensstil und die Gesamtkalorienzahl in den Blick nehmen.“ Als Beispiel nannte sie der „Bild am Sonntag“ eine „bessere Ernährungsbildung von der Kita an, theoretisch wie praktisch“. Sie legte zudem Eckpunkte für eine Kennzeichnung beim Fleisch vor.

Ein solches „Tierwohllabel“ findet die Zustimmung von Otte-Kinast. Sie plädiert dafür, weniger Fleisch zu essen. Der Verbraucher solle bewusst teureres Fleisch aus artgerechter Haltung kaufen. „Beim Eiermarkt hat es funktioniert“, sagte Otte-Kinast. „Wir wollen, dass der Verbraucher bewusst sagt, ich esse nur noch zweimal die Woche Fleisch.“

Nach ihrer Ansicht ist die Diskussion um das Tierwohl in Deutschland nicht ganz ehrlich. Dass 90 Prozent der Bürger sagten, man sei bereit, für mehr Tierwohl mehr Geld auszugeben, spüre man an der Supermarktkasse leider nicht. Otte-Kinast kündigte Gespräche mit dem Handel an. Es könne nicht sein, dass diese Mentalität mit Sonderangeboten noch gefördert werde.

Von Marco Seng

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