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Der Norden Subventionsgrab? Land übernimmt Steinzeit-Museum Paläon
Nachrichten Der Norden Subventionsgrab? Land übernimmt Steinzeit-Museum Paläon
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17:25 23.10.2018
Neben den Schöninger Speeren wurden im Paläon unlängst auch Skelette von Säbelzahnkatzen ausgestellt. Quelle: Hauke-Christian Dittrich/dpa
Schöningen

Auf Zuschüsse ist das Erlebniszentrum Schöninger Speere schon lange angewiesen, jetzt übernimmt das Land Niedersachsen das Steinzeit-Museum im Kreis Helmstedt komplett. Es gehe darum, wissenschaftliche Erkenntnisse künftig stärker und schneller den Besucherinnen und Besuchern nahezubringen, teilte das Wissenschaftsministerium am Dienstag in Hannover mit. Zuerst hatte die „Braunschweiger Zeitung“ über die Übernahme zum 1. Januar 2019 berichtet. Für den Übergang von der jetzigen Paläon GmbH, die aufgelöst wird, in die Landesorganisation sind der Zeitung zufolge sechs Monate vorgesehen.

In dem ehemaligen Braunkohletagebau an der Grenze zu Sachsen-Anhalt waren in den 90er Jahren die ältesten Jagdwaffen der Menschheit gefunden worden. Die Entdeckung der etwa 300 000 Jahre alten Holzspeere gilt als Weltsensation. Sie sind im Besitz des Landes. In das Ausstellungszentrum am Fundort der Speere kamen 2017 etwa 43 000 zahlende Gäste. Der Besuch des mehr als 24 Hektar großen Außengeländes ist kostenlos. Hier wird die Altsteinzeit lebendig gemacht.

Kritiker vom Bund der Steuerzahler

Das 2013 eröffnete Erlebniszentrum hatte 15 Millionen Euro gekostet, finanziert aus Mitteln des Landes und des Konjunkturpaketes II. Kritiker sprachen schon damals von Geldverschwendung. Wie das Ministerium am Dienstag mitteilte, wurden die Landesmittel zur Verfügung gestellt, um eine Forschungs- und kulturtouristische Einrichtung zu schaffen. Sie sei Kern für den Wandel der ehemaligen Industrieregion zu einer modernen Landschaft mit Tourismusangeboten.

Zu den Gesellschaftern der Paläon GmbH zählen unter anderem der Landkreis Helmstedt, der Förderverein Schöninger Speere, die Stadt Schöningen sowie Stiftungen. Sie dürften sich jetzt nicht aus der Verantwortung stehlen, kritisierte der Bund der Steuerzahler, der von einem „Subventionsgrab“ sprach. Mit der Übernahme der Betriebskosten für das Paläon werde ein politisches Versprechen gebrochen, sagte der Landesvorsitzende des Steuerzahlerbundes, Bernhard Zentgraf. Die damalige Wulff-Regierung habe ihren Investitionszuschuss mit der Erwartung verknüpft, dass sich die Präsentation der weltbedeutenden archäologischen Funde selbst trage.

Grabungen gehen weiter

Unter der rot-grünen Landesregierung war die Frankfurter Senckenberg-Gesellschaft als Forschungsleiterin in Schöningen ins Boot geholt worden, um die sensationellen Funde international besser sichtbar zu machen. An der Fundstelle gibt es weiterhin archäologische Grabungen, die vom Land finanziert werden.

Das Paläon erhielt für 2017 und 2018 vom Land eine Projektförderung von einer Million Euro. Die Höhe der künftigen Finanzierung nach Auflösung der Paläon GmbH konnte das Ministerium am Dienstag noch nicht beziffern.

Von Christina Sticht/dpa/RND

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