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Der Norden Firmen wollen Fracking wieder aufnehmen
Nachrichten Der Norden Firmen wollen Fracking wieder aufnehmen
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06:00 03.03.2017
Von Albrecht Scheuermann
„Wirtschaftsminister Lies wünscht, dass die Erdgasindustrie in Niedersachsen eine Zukunft hat“: Hinter einer Förderanlage geht die Sonne auf. Fotos: dpa Quelle: Daniel Reinhardt
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Hannover

Nach Angaben des Branchenverbandes BVEG sollen für 15 bis 20 Projekte, die wegen eines sechsjährigen Moratoriums ruhten, neue Anträge gestellt werden - ein beträchtlicher Teil davon liegt in Niedersachsen. Allerdings dürfte wegen aufwendiger Genehmigungsverfahren die erste Fracking-Bohrung kaum vor 2020 stattfinden.

95 Prozent der Erdgasreserven

„Sechs Jahre lang wurde diskutriert, lamentiert und blockiert“, sagte gestern der BVEG-Vorsitzende Martin Bachmann in Hannover. Dadurch seien Erdgasreserven, aber auch viele Arbeitsplätze und wertvolles Know-how verloren gegangen. Jetzt wolle die Industrie wieder durchstarten. Dies betrifft besonders das Bundesland Niedersachsen, wo 95 Prozent der deutschen Erdgasreserven liegen.

Bei den nun ins Auge gefassten Projekten geht es um das sogenannte konventionelle Fracking, das schon seit Jahrzehnten betrieben wird. Dabei wird Wasser mit hohem Druck durch die Bohrung in den Untergrund gepresst, um so die Förderung von Gas und Öl zu erleichtern. Die Gegner dieses Verfahrens haben massive Proteste angekündigt - sie sehen unter anderem Gefahren für das Grundwasser und ein Erdbebenrisiko. Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz nennt das Gesetz einen „Freibrief für ein flächendeckendes Fracking in Niedersachsen“.

Beweispflicht bei Unternehmen

Das am 11. Februar in Kraft getretene Wasserhaushaltsgesetz sieht allerdings erheblich strengere Regeln für die Genehmigung solcher Methoden vor. So ist der Einsatz wassergefährdender Stoffe verboten, und bei auftretenden Schäden stehen die Fracking-Unternehmen in der Beweispflicht, dass sie nicht schuld daran sind. Das Wirtschaftsministerium in Hannover wies gestern ausdrücklich auf die neuen gesetzlichen Bestimmungen hin, die in Niedersachsen in enger Zusammenarbeit von Wirtschafts- und Umweltministerium erarbeitet worden seien. Das Ministerium sicherte eine faire Bearbeitung von Anträgen zu. „Wirtschaftsminister Lies wünscht, dass die Erdgasindustrie in Niedersachsen eine Zukunft hat“, erklärte ein Sprecher.

Er stellte jedoch klar, dass Niedersachsen keinesfalls das bei Umweltschützern besonders verpönte Fracking in unkonventionellen Erdgaslagerstätten erlauben werde. Hier ist das Gas in Gesteinsporen eingeschlossen und kann nur gefördert werden, wenn das Gestein aufgebrochen wird. Das neue Gesetz verbietet dies zwar grundsätzlich, ermöglicht jedoch vier Modellvorhaben dieser Art. Voraussetzung ist die Zustimmung des jeweiligen Bundeslandes.

Verband fordert Verlässlichkeit

Verbandsvertreter Bachmann forderte „verlässliche, positive Rahmenbedingungen für unsere Arbeit“. Erdöl und Erdgas aus heimischen Quellen seien wichtig für die sichere Energieversorgung. Der Geophysiker ist im Hauptberuf Vorstandsmitglied des Erdöl- und Erdgasunternehmens Wintershall.

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