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Der Norden Niedersachsen bürgert mehr Menschen ein
Nachrichten Der Norden Niedersachsen bürgert mehr Menschen ein
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09:53 24.05.2018
Eine Einbürgerungsurkunde der Bundesrepublik Deutschland. Quelle: dpa
Hannover

Die Zahl der Einbürgerungen in Niedersachsen ist im dritten Jahr in Folge gestiegen. Im vergangenen Jahr bekamen 8785 Ausländer die deutsche Staatsbürgerschaft. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) 266 oder 3,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Bundesweit gab es 2017 rund 112.200 Einbürgerungen. Das war ein Plus von 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und zugleich der höchste Stand seit 2013, teilte das Bundesamt am Mittwoch mit.

Am häufigsten ließen sich in Niedersachsen im Jahr 2017 – wie in den Vorjahren – türkische Staatsangehörige einbürgern (1208). Die zweitgrößte Gruppe stellten die Briten (672). Dies sind gut zehnmal so viele wie noch vor wenigen Jahren. Nach Einschätzung des Statistischen Bundesamtes liegt ein Zusammenhang mit dem bevorstehenden Brexit nahe: In den beiden Jahren 2016 und 2017 erwarben bundesweit insgesamt 10.358 Briten die deutsche Staatsangehörigkeit - mehr als doppelt so viele wie im gesamten Zeitraum von 2000 bis 2015 (5092).

Grundsätzlich gibt es nach Angaben des niedersächsischen Innenministeriums allerdings keine seriösen Erhebungen über die Motivation der Betroffenen für einen Einbürgerungsantrag. Auch wie viele Menschen eine Einbürgerung in Niedersachsen beantragt haben und wie viele Anträge abgelehnt wurden, werde nicht erfasst.

Türken, Briten und Polen führen Liste an

Die nach Türken und Briten nächst größeren Gruppen von Eingebürgerten waren polnische (664), syrische (444) irakische (403), iranische (260), vietnamesische (259), italienische (226), griechische (224) und afghanische Staatsangehörige (158).

Um eingebürgert zu werden, müssen ausländische Staatsangehörige eine Reihe von Voraussetzungen erfüllen: Sie müssen ein unbefristetes Aufenthaltsrecht haben, seit mindestens acht Jahren in Deutschland leben und ihren Lebensunterhalt eigenständig bestreiten können. Ferner dürfen sie nicht wegen einer Straftat verurteilt sein, sie müssen ausreichende Deutschkenntnisse besitzen und sich zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung bekennen.

Von Matthias Brunnert