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Der Norden Ehrenamtliche Obstbaumwarte sorgen für Apfelernte
Nachrichten Der Norden Ehrenamtliche Obstbaumwarte sorgen für Apfelernte
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08:02 30.10.2017
Obstbaumwarte bei der Pflege ihrer Schützlinge.
Konau

Hochstämmige Obstbäume säumen die mit Kopfstein gepflasterte Auffahrt, die zu einem prächtigen Fachwerkhaus führt. Gleich dahinter trennt der Deich das Dorf Konau von der Elbe. Durch eine hohe Glastür geht es hinein in die Diele des Hauses, und auf dem langen Tisch stehen körbchenweise Äpfel - gelbe und rote, gestreifte und gescheckte. Sie heißen Baumanns Renette, Wendländisches Seidenhemdchen, Goldparmäne, und einer trägt den Namen Langer grüner Gülderling. All diese Sorten wachsen in der Gegend, an öffentlichen Straßen. Ein Paradies der alten Äpfel.

Das Projekt, das hier im nordöstlichsten Teil des Landkreises Lüneburg entlang der Elbe initiiert wurde, ist einmalig in Niedersachsen: Ehrenamtliche Obstbaumwarte pflegen rund 3500 Obstbäume. Insgesamt gibt es in der Region mehr als 13.000 Apfel-, Birn- und Zwetschgenbäume - sie wachsen an den Gemeinde- und Kreisstraßen auf einer Gesamtlänge von rund 80 Kilometern sowie auf den zahlreichen Streuobstwiesen. „Wir wissen von etwa 150 verschiedenen Sorten, diese Vielfalt ist einmalig“, sagt Julia Gerdsen. Die Kulturwissenschaftlerin arbeitet für den Verein Konau 11 Natur und hat vor drei Jahren das Projekt Obstbaumwarte mit auf den Weg gebracht.

Mit Café und Mostküche

25 Frauen und Männer sorgen dafür, dass die öffentlichen Obstbäume gut wachsen, indem sie sie im Winter fachgerecht beschneiden und pflegen. Als Dankeschön für ihre Arbeit dürfen die Pfleger die Früchte ihrer Zöglinge ernten. „Wir sind begeistert, wie viele Menschen unserem Aufruf gefolgt sind“, sagt Julia Gerdsen. Ein Kooperationsvertrag zwischen Verein, Landkreis und Kommunen regelt das Bürokratische, für die Finanzierung sorgt die hiesige Sparkassenstiftung.

Die von der Sparkasse Lüneburg gut ausgestattete Stiftung hat nicht nur den historischen Hof mit der Hausnummer 11 in dem Elbdorf Konau gekauft und dort ein Café und eine Mostküche für das Pressen von regionalem Saft eingerichtet, sie finanziert auch vier Teilzeitkräfte, die für den Verein arbeiten. Seit diesem Jahr gibt es zudem einen Platz für ein Freiwilliges Ökologisches Jahr. Für besondere Ideen wirbt der Verein externe Mittel ein, so finanzieren der Landkreis Lüneburg und die Bingo-Umweltstiftung über zwei Jahre ein Projekt, mit dem alte, regionale Obstsorten erhalten werden sollen. „Wir wollen den Menschen zeigen, wie einfach es ist, Obstbäume zu vermehren und zu veredeln“, sagt Julia Gerdsen. In Mitmachwerkstätten lernen Gartenbesitzer, wie die Methoden der Kopulation, des Aufpropfens oder des Okulierens funktionieren.

Der Verein pflegt nicht nur die Obstbäume, er erfasst sie auch. „Wir haben bereits 2500 Bäume kartiert und digitalisiert“, berichtet Gerdsen, „darunter auch unbekannte Sorten, für die wir noch keinen Namen haben. Einen von ihnen haben wir wegen seines Aussehens erst einmal Schnurrbartapfel genannt.“ Mittelfristig will der Verein die Anwohner der Region befragen, ob sie mehr wissen über die Geschichte bestimmter lokaler Sorten - um den noch namenlosen Äpfeln ihre korrekte Bezeichnung geben zu können.

Die Ernte 2017 war sehr mager

Doch jetzt steht erst einmal die Pflege der Straßenbäume an: Ab November kraxeln die Vereinsmitglieder wieder auf ihre Leitern, mit Mützen auf den Köpfen und Scheren in den Händen. Und Dieter Schröder ist derjenige, der den 25 ehrenamtlichen Obstbaumwarten zeigt, wie sie die alten Herrschaften zu pflegen haben. Der geprüfte Natur- und Landschaftspfleger stammt aus einer landwirtschaftlichen Familie und stand schon als Kind staunend unter den Obstbäumen auf dem Hof. „Die Faszination eines Obstbaums voller Früchte hat mich nie losgelassen.“

Dieses Jahr allerdings müssen die ehrenamtlichen Baumfreunde von der Elbe genauso wie die erwerbsmäßigen Obstbauern mit einer äußerst mageren Ernte auskommen. „Wir haben vielleicht 5 Prozent von dem, was möglich wäre“, sagt Schröder. Gründe sind neben dem Frost während der Blütezeit die insgesamt niedrigen Temperaturen im Frühling: Zu wenig Bienen sind geflogen.

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