Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Der Norden GEW fordert weniger Unterricht und mehr Geld
Nachrichten Der Norden GEW fordert weniger Unterricht und mehr Geld
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 03.08.2017
Von Saskia Döhner
Kämpferisch ins neue Schuljahr: Der GEW-Landesvorsitzende Eberhard Brandt und seine Stellvertreterin Laura Pooth. Quelle: Holger Hollemann
Hannover

Um den Lehrermangel kurzfristig zu überbrücken und die Unterrichtsversorgung sicherzustellen, müssten Pädagogen von Gymnasien an Grundschulen abgeordnet werden, sagte GEW-Landesvorsitzender Eberhard Brandt am Montag in Hannover. Dass Lehrer nach ihrem Urlaub eine E-Mail vorfänden, in denen ihnen mitgeteilt werde, dass sie übergangsweise an einer Grundschule statt an ihrem Stammgymnasium unterrichten müssten, sei vermutlich ein "gewisser Schock" für sie, sagte Brandt. "Nun trifft auch auf Lehrkräfte die Realität, die es außerhalb der Schule längst gibt." Auch Polizisten oder Steuerbeamte müssten mal zeitweise an anderen Standorten aushelfen. Gegen Abordnungen, die nicht länger als ein halbes Jahr dauerten, gebe es auch keinerlei rechltiche Handhabe.

Ohne Abordnungen werde man in diesem Schuljahr und vermutlich auch noch im nächsten die Unterrichtsversorgung vor allem an Grund-, Haupt-, Real- und Oberschulen nicht sicherstellen können, sagte die stellvertretende Landesvorsitzende Laura Pooth, "außer durch Taschenspielertricks". Auch in Berlin und Bayern sei es üblich, dass Gymnasiallehrer an anderen Schulformen unterrichteten.

Erst wenn die Pensionierungswelle in den Schulen ab 2020 abgeebbt sei, werde sich die Lage wieder entspannen, sagte Brandt. Er erinnerte daran, dass die GEW bereits 2009 vor einem Engpass an Pädagogen gewarnt habe. Aber die Landesregierungen hätten jahrelang geschlafen und nicht genügend Studienplätze zur Verfügung gestellt.

Um den Lehrerjob attraktiver zu machen, müsste die Unterrichtsverpflichtung für alle Schulformen gesenkt werden. Derzeit liegt Pflichtstundenzahl zwischen 23,5 (für Gymnasiallehrer) und 28 Wochenstunden (für Grundschullehrer). Es dürfe auch nicht mehr sein, dass Pädagogen an Grundschulen weniger als Gymnasiallehrer verdienten, betonte Pooth. Für alle Lehrer, die im August 2018 starten, müsste das Gehalt auf A 13 angehoben werden, wer bereits im Beruf sei, solle stufenweise mehr verdienen. In Berlin, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen sei das Gehalt für Grundschullehrer bereits angehoben worden. Niedersachsen konkurriere hier mit anderen Bundesländern, sagte Brandt.

Die GEW kritisierte den CDU-Spitzenkandidaten Bernd Althusmann dafür, dass er die Entlastungsstunden auf den Prüfstand stellen will. Die Lehrergewerkschaft fordert dagegen, eine Erhöhung der Anrechnungsstunden, eine Altersermäßigung für Lehrer ab 55 und mehr Entlastung für Teilzeitkräfte. Er sei enttäuscht, dass Althusmann, der früher als Kultusminister sehr wohl eine moderate Politik gemacht habe, diesen Weg offensichtlich verlassen habe, sagte Brandt.

Der Norden Extremwerte in Niedersachsen - Dreimal mehr Regen als sonst im Juli

In Niedersachsen hat es im Juli ordentlich gegossen. Laut dem Deutschen Wetterdienst sind in großen Teilen des Landes Rekordmengen an Regen gefallen, rund dreimal mehr als sonst in einem durchschnittlichen Juli. 

31.07.2017

Der kleine Bahnhof in Bad Bentheim geriet vor einem Jahr weltweit in die Schlagzeilen, als Fahrgäste durchs Fenster kletterten, um auf den Bahnsteig zu gelangen. Denn nach Umbauarbeiten ließen sich die Bahnhofstüren nicht mehr öffnen. Jetzt soll der komplette Bahnhof barrierefrei werden.

31.07.2017

Nach einer brutalen Attacke muss sich ein 33-Jähriger in einem Berufungsprozess vor dem Landgericht Lüneburg verantworten. Der Angeklagte soll am Rande eines Dorffestes in Meckelfeld einen Polizei schwer verletzt haben. Das Opfer schwebte in akuter Lebensgefahr und trägt bleibende Schäden davon.

31.07.2017