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Der Norden Caritas warnt in Flüchtlingsdebatte vor angeblichen Fakten
Nachrichten Der Norden Caritas warnt in Flüchtlingsdebatte vor angeblichen Fakten
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09:48 22.07.2018
Der Präsident des Deutschen Caritasverbands, Peter Neher, hat davor gewarnt, sich in der Flüchtlingsdebatte von falschen Annahmen und angeblichen Fakten leiten zu lassen. Quelle: dpa (Symbolbild)
Osnabrück

Der Präsident des Deutschen Caritasverbands, Peter Neher, hat davor gewarnt, sich in der Flüchtlingsdebatte von falschen Annahmen und angeblichen Fakten leiten zu lassen. „Wir tun immer so, als ob alle nach Deutschland wollten, dabei ist das Humbug“, sagte Neher der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Sonnabend). Nach wie vor seien die allermeisten Flüchtlinge Binnenvertriebene in den Ländern, wo Krieg herrsche oder sich Naturkatastrophen ereigneten, oder sie hielten sich in direkter Nachbarschaft auf.

Er selbst sei im März in Syrien gewesen, sagte Neher. Dort habe er zerstörte Städte gesehen und die Bemühungen, Binnenflüchtlinge beispielsweise in Schulgebäuden unterzubringen. „Auch dass manche Schulklassen dort 80 Schüler haben, ist eine Folge davon.“

Der Präsident des katholischen Wohlfahrtsverbands warnte zudem vor Abschiebungen in Länder wie Afghanistan. „Wir haben selbst Mitarbeiter in Afghanistan und wir halten Afghanistan nicht für sicher.“ Die fragile Sicherheitslage vieler Herkunftsländer sei insgesamt auch ein Grund dafür, weshalb beschlossene Abschiebungen oft nicht vollzogen würden. „Es ist nicht nur unfair, es ist populistisch, so zu tun, als läge es nur am mangelnden Willen der Behörden, die Menschen abzuschieben.“

Flüchtlinge hierzulande in sogenannten Ankerzentren mit bis zu 1.500 Menschen unterzubringen, sei zudem unverantwortlich, kritisierte der Caritas-Präsident. „Wir wissen aus Erfahrung, dass solche Großeinrichtungen hochproblematisch sind.“ Besonders gefährdete Gruppen, Frauen, Schwangere, Kinder, Homosexuelle oder bestimmte religiöse Minderheiten seien dort vielfältigen Gefahren ausgesetzt. Auch seien nicht alle Verfahren zügig zu handhaben, was bedeute, dass Menschen bis zu einem Jahr oder länger darin leben müssten. Dass dies Aggressionen und Kriminalität befördere, liege auf der Hand.

Von dpa

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