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Der Norden Kippt der Numerus clausus für Medizin-Studenten?
Nachrichten Der Norden Kippt der Numerus clausus für Medizin-Studenten?
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00:17 07.10.2017
Von Gabriele Schulte
Quelle: dpa (Symbolbild)
Hannover

Niedersachsens medizinische Hochschulen hoffen auf eine Neuregelung des Zulassungsverfahrens zum Studium - am Mittwoch gab es dazu eine Anhörung beim Bundesverfassungsgericht. Auch Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic (Grüne) würde gern Kriterien wie Ausbildung oder Praktika stärker bei der Auswahl berücksichtigt sehen. „Die Fixierung ausschließlich auf die Abiturnote halte ich nicht für sachgerecht“, sagte sie der HAZ.

„Wir möchten weg von der Dominanz der Abiturnoten im Auswahlverfahren“, sagte Prof. Ingo Just, Studiendekan der Medizinischen Hochschule Hannover. Im Einvernehmen mit den Studierenden sei kürzlich beschlossen worden, dort zukünftig zusätzlich zum Auswahlgespräch den sogenannten Medizinertest einzubeziehen.

Auch Studiendekanatsleiterin Kirsten Gehlhar in Oldenburg hält etwa Kommunikationsfähigkeit für ebenso wichtig für den Arztberuf wie gute Noten. „Wir warten gespannt auf die Gerichtsentscheidung“, sagte sie. Mit den ebenfalls bei der Auswahl stark berücksichtigten Wartezeiten von zurzeit mindestens 14 Semestern habe man nicht so gute Erfahrungen: „Je länger das Abitur her ist, desto schwerer tun sich die Menschen beim Studieren.“ Auch Heyo Kroemer, Vorstandssprecher der Universitätsmedizin Göttingen, meint: „Die ausufernd langen Wartezeiten sind nicht akzeptabel.“

62.000 Bewerber für 11.000 Plätze

Wer an einer staatlichen Hochschule Medizin studieren will, muss sich bei einer zentralen Vergabestelle bewerben. Für 11.000 Plätze gibt es bundesweit aktuell rund 62.000 Bewerber; in Niedersachsen stehen für Studienanfänger 712 Plätze in Hannover, Oldenburg und Göttingen zur Verfügung. Nach Abzug einer „Vorabquote“, unter anderem für ausländische Studierende, wird generell so verfahren: Ein Fünftel der Plätze geht an die Notenbesten, zurzeit mit Schnitt 1,0. Ein weiteres Fünftel wird über Wartezeiten seit dem Abitur vergeben. Über 60 Prozent der Plätze können die Hochschulen entscheiden, wobei aber wiederum der Abiturschnitt am stärksten berücksichtigt werden muss.

Horst Audritz vom Philologenverband hält das für richtig: „Der Notenschnitt hat sich als sehr prognosesicher für den Studienerfolg gezeigt.“ Zwischen den Bundesländern müsse es aber eine bessere Notenvergleichbarkeit geben.

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