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Der Norden Wo die Funklöcher in Niedersachsen besonders groß sind
Nachrichten Der Norden Wo die Funklöcher in Niedersachsen besonders groß sind
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07:33 02.10.2018
Nichts geht: Besonders in den Landkreisen Leer und Ammlerland ist es schlecht um den Mobilfunkempfang bestellt. Quelle: dpa
Hannover

Die meisten Beschwerden über Funklöcher in Niedersachsen hat das Wirtschaftsministerium aus den Gemeinden Uplengen im Landkreis Leer, Rastede im Ammerland sowie aus Munster in der Lüneburger Heide bekommen. Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der FDP-Landtagsfraktion hervor. Demnach gingen aus Uplengen 69 Meldungen ein, aus Rastede 63 und aus Munster 39. Den vierten Platz belegte Burgwedel in der Region Hannover (38) vor Schwanewede im Landkreis Osterholz (35).

Fast 10.000 Bürger melden Funklöcher

Von Ende April bis Ende Mai hatte das niedersächsische Wirtschaftsministerium Bürgern Gelegenheit gegeben, Funklöcher über sein Internetportal zu melden. Hintergrund: Die von den Mobilfunkanbietern angegebene Netzabdeckung stimmte nach Einschätzung von Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) nicht mit der Wirklichkeit überein. Die Resonanz der Bürger auf die Aktion war groß: 9000 Meldungen gingen ein. Davon konnten 3785 Adressen lokalisiert werden. Wie die Landesregierung jetzt hervorhob, entspricht dies jedoch nicht der Anzahl von Funklöchern im Land. Denn innerhalb eines Funklochs können auch mehrere Meldungen eingegangen sein. Auch über die genaue Größe des jeweiligen Funklochs könne keine Aussage gemacht werden, da die Auswertung sich nur auf den geografischen Punkt beziehe, von dem aus die Meldung eingegangen sei.

Welche Konsequenzen zieht die Landesregierung?

Offen lässt die Landesregierung in ihrer Antwort an die FDP, was mit den Ergebnissen der Funkloch-Erhebung passieren soll. Auf die Frage, welchen Zeitplan es zur Behebung der gemeldeten Lücken im Netz gibt, heißt es: „Die Landesregierung ist um den schnellstmöglichen Abbau der Funklöcher bemüht und wird daher in diesem Jahr die genauen Ausbauabsichten der Telekommunikationsunternehmen ermitteln.“

Für den stellvertretenden FDP-Fraktionsvorsitzenden Jörg Bode, der die Anfrage gestellt hat, ist diese Auskunft ernüchternd. „Die einzige Erkenntnis: Es gibt Funklöcher. Wie man sie schließen will, weiß man aber nicht. Es gibt keinerlei Konzept, nur Blabla.“ Somit sei die ganze Funklochabfrage des Ministeriums eine reine Showveranstaltung gewesen und werde nun ohne Ergebnis gelocht und abgeheftet.

Das Land hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2021 allen Bürgern schnellen Mobilfunk anbieten zu können. Dazu hat Wirtschaftsminister Althusmann harte Verhandlungen mit den Mobilfunkanbietern angekündigt. Das Land will außerdem 20 Millionen Euro aus eigenen Mitteln einsetzen, um auch entlegene Regionen mit leistungsfähigem Mobilfunk zu versorgen.

Von lni