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Der Norden Droht dem Wattenmeer eine Umweltkatastrophe?
Nachrichten Der Norden Droht dem Wattenmeer eine Umweltkatastrophe?
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19:24 30.10.2017
Die 225 Meter lange, unbeladene „Glory Amsterdam“. Quelle: dpa
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Cuxhaven

Die Bergung des vor der Nordseeinsel Langeoog auf Grund gelaufenen Frachters kann noch bis zu drei Tage dauern. Das sagte Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel am Montagabend nach einem Besuch des Havariekommandos in Cuxhaven. Ein Bergungsunternehmen aus den Niederlanden sei an Bord und erstelle einen Plan, um das Schiff zu befreien, sagte der Grünen-Politiker. Dieses Konzept werde dann vom Havariekommando geprüft. Er könne keinen genauen Zeitpunkt nennen, wann es los gehe.

Der Sturm „Herwart“ hatte die „Glory Amsterdam“ am Sonntag etwa zwei Kilometer vor Langeoog auf eine Sandbank getrieben. Schlepper sollten das 225 Meter lange Schiff ursprünglich am Montagabend mit dem Hochwasser befreien. Doch das Havariekommando musste seine Pläne ändern, weil die Wassertiefe selbst bei Hochwasser dafür nicht ausreicht. 

Umweltschützer und Fischer in Sorge

Die „Glory Amsterdam“, ein Schüttgutfrachter, ist nach Angaben des Havariekommandos nicht beschädigt. Trotzdem fürchten Umweltschützer und Küstenfischer schlimme Folgen. In den Treibstofftanks des Schiffes befinden sich gut 1800 Tonnen Schweröl und 140 Tonnen Marinediesel. Damit sei der Unglücksfrachter eine erhebliche Gefahr für den Nationalpark Wattenmeer, teilte die Umweltschutzorganisation WWF mit. Dort würden zurzeit zahlreiche Wattvögel, Enten und Gänse rasten. Die deutschen Kutter- und Küstenfischer befürchten, dass austretendes Öl die Fanggebiete über Monate verschmutzen könnte. 

Der Frachter hatte sich am Sonntag in der Deutschen Bucht wegen des heftigen Sturms mit bis zu sieben Meter hohen Wellen losgerissen. Das Schiff hatte zuvor den Hamburger Hafen verlassen und war in der Nähe von Helgoland auf Reede gegangen. Auf diese Weise könnten die Schiffe Hafengebühren sparen, sagte der Sprecher des Havariekommandos, Michael Friedrich. Schlepper hatten am Sonntag vergeblich versucht zu verhindern, dass der manövrierunfähige Frachter auf die Sandbank treibt. Doch die Schleppleine riss während des Sturms mit bis zu sieben Metern hohen Wellen immer wieder.

22 Seeleute befinden sich auf der „Glory Amsterdam“. Davon ist keiner verletzt. Das Havariekommando schickte aber ein Team an Bord, das die Besatzung wegen Seekrankheit behandelt. Am Sonntag hatten sich bereits vier Experten von einem Hubschrauber auf den Frachter abgeseilt. „Sie sind spezialisiert für den Einsatz auf manövrierunfähigen Schiffen“, sagte Friedrich. „Sie schauen sich unter anderem den Wasserstand und den Tiefgang des Schiffes an.“

Diese Daten sind wichtig für das Bergungsteam im Lagezentrum in Cuxhaven. Dort planen Schiffsbauingenieure und Nautiker die Bergung. Ein Ölüberwachungsflugzeug fliegt regelmäßig über das Gebiet rund um den Frachter. Ausgetretenes Öl hat es bisher nicht entdeckt.

dpa/frs

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