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Hochschule Der Hörsaal im Netz: So funktionieren MOOCs
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05:00 16.05.2016
Prof. Christoph Meinel (r) ist Direktor des Potsdamer Hasso-Plattner-Instituts, einem der größten Anbieter von MOOCs in Deutschland. Hier arbeitet er mit acatech-Präsident Prof. Henning Kagermann im Aufnahmestudio des Instituts an einem neuen MOOC. Foto: HPI/Kay Herschelmann
Potsdam

Das Prinzip Fernstudium gibt es schon seit Jahren. Die MOOCs sind dagegen etwas jünger. Die Abkürzung steht für Massive Open Online Course: Große und offene Kurse im Internet, für Studenten und andere Wissensdurstige.

Im Gegensatz zur reinen Online-Vorlesung funktionieren die Kurse wie eine richtige Lehrveranstaltung, mit allem Drum und Dran: Jeder Kurs beginnt nicht irgendwann, sondern zu einem festgelegten Termin, und dauert immer ein paar Wochen. Üblich sind sechs bis zehn. Jede Woche gibt es neuen Input von den Dozenten, meistens in Videoform.

Allerdings sollen sich die Teilnehmer nicht nur berieseln lassen: Übungsaufgaben gehören bei den meisten MOOCs dazu, genau wie ein Abschlusstest. Zwei bis vier Stunden Arbeitsaufwand müssen die Online-Studenten dafür pro Woche mindestens einplanen.

Für Professor Christoph Meinel ist es vor allem diese relativ feste Struktur, die MOOCs interessant macht: "Das reine Ins-Netz-Stellen funktioniert bei einer Minderheit an Nutzern, die autodidaktisch begabt sind - alle anderen brauchen eine Gruppe, die sie mitzieht." Meinel ist Direktor des Potsdamer Hasso-Plattner-Instituts, einem der größten Anbieter von MOOCs in Deutschland.

Neben den Potsdamern, die ihre Kurse auf der Plattform

OpenHPI ins Netz stellen, gibt es unter anderem noch die privatwirtschaftlichen Angebote

Iversity und

OpenCourseWorld. Außerdem gibt es

Mooin, die MOOC-Plattform der Fachhochschule Lübeck.

Abseits dieser Plattformen existieren in Deutschland noch ein paar andere MOOCs verschiedener Unis und Fachhochschulen. Einen Überblick gibt zum Beispiel die Suchmaschine von

OpenEducationEuropa. Insgesamt ist das Angebot aber eher übersichtlich. Dabei gab es um die Online-Kurse vor ein paar Jahren noch einen riesigen Hype: Die "New York Times" erklärte 2012 sogar zum "Jahr der MOOCs" und prophezeite dem Seminar im Netz eine glorreiche Zukunft. "Die Erwartungen waren vielleicht ein bisschen überzogen", sagt Klaus Wannemacher vom HIS-Institut für Hochschulentwicklung in Hannover.

Für eine Eintagsfliege hält Wannemacher das Thema allerdings nicht. Gemeinsam mit seiner Kollegin Imke Jungermann hat er

untersucht, wie es um MOOCs an deutschen Hochschulen bestellt ist. Das Ergebnis: Viele Hochschulen halten das Thema für wichtig - allerdings nicht als Alternative zum klassischen Studium, sondern als Ergänzung.

Ausprobieren lohnt sich: Schließlich sind MOOCs grundsätzlich gratis, Kosten entstehen höchstens durch Lehrbücher. Ansonsten brauchen Teilnehmer fürs Mitlernen nur Zeit, Neugier und einen halbwegs aktuellen Computer mit schnellem Internetzugang. Dafür gibt es bei einem erfolgreichen Abschluss allerdings nur ein Zertifikat für den Lebenslauf - Bachelor oder Master wird auf diesem Wege niemand.

Grund dafür ist, dass auch der Abschlusstest am heimischen PC stattfindet, so Meinel. "Da können wir nicht überprüfen, ob der Teilnehmer die Aufgaben tatsächlich eigenständig gelöst hat." Allerdings will das OpenHPI ab Herbst 2016 anbieten, seine Online-Studenten beim Lösen der Aufgaben per Webcam zu überwachen. Dafür soll es dann zwar keinen Abschluss, aber Creditpoints geben.

dpa

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