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12:44 24.09.2018
Bei einem Welleneisen wird das Haar in die Zange eingelegt, wodurch sich sehr akkurate Wellen erzeugen lassen. Quelle: Christin Klose
Köln

Im Handel gibt es Lockenstäbe in unzähligen Formen und aus verschiedensten Materialien. Kann ein Modell eigentlich mehr als das andere? Experten geben einen Überblick:

BESCHAFFENHEIT: Der Lockenstab sollte mit Teflon, besser mit Keramik beschichtet sein. "Es kann konstant die Wärme halten, das Haar klebt nicht an und wird geschont", erklärt Antonio Weinitschke vom Zentralverband des Friseurhandwerks. Geräte mit Spitzen aus Metall sollten gemieden werden. Die Gefahr, dass das Haar überhitzt, sei zu groß. Gut sind hingegen auch Geräte, die mit Infrarotwärme arbeiten. Die geringe Hitzezufuhr ist schonender fürs Haar.

TEMPERATUR: Stäbe mit Thermostat und Fühler messen den Feuchtigkeitsgehalt des Haares und regulieren die Temperatur entsprechend, erklärt Rene Krombholz, Betreiber des Branchenportals friseur-news.de. Zwar sind sie etwas teurer, machten sich bei häufiger Anwendung jedoch bezahlt. Denn: "Beim Locken entziehen wir dem Haar Feuchtigkeit. Wird zu viel entzogen, führt das zu Schädigungen."

Bei einem Gerät mit manueller Temperatureinstellung sollte man nicht weniger als 190 Grad ansteuern, rät Stephanie Schulze von der Visagistenschule Pro Academy in Berlin. "Dann öffnet sich die Schuppenschicht, zugleich erschrickt sich das Haar aber und schließt sich wieder." Bei 150 Grad öffnet sich die Schuppenschicht und bleibt auch offen. Das kann zu Schäden an den darunter liegenden Haarschichten führen. Auch zu hoch temperierte Stäbe können die Haarstruktur schädigen. Zum Vergleich: "Geräte ohne manuelle Regulierung arbeiten meist automatisch bei den optimalen 190 bis 210 Grad", erklärt Schulze.

DURCHMESSER: "Manche Lockenstäbe haben den Durchmesser eines kleinen Fingers, andere einen von sechs Zentimetern", sagt Weinitschke. Ihr Einsatz erklärt sich von selbst - zumindest teilweise: "Möchte ich sprunghafte Kringellocken, brauche ich einen Lockenstab mit kleinem, für große Locken einen mit größerem Durchmesser", erklärt der Friseurmeister. Doch das hat Grenzen: Die größten Geräte erzeugen keine Locken mehr, sondern nur noch dicke Wellen.

FORM: Je nach Form des Stabs bildet sich eine andere Art von Locke. Eine Spirale ergibt Korkenzieher- oder Schillerlocken. Ein konisch geformter Stab wird zur Spitze hin dünner, er formt Beachwaves - ein laut Schulze "fluffiger Undone-Look". Ein gerade geformter Stab schafft gleichmäßig fallende Locken, die eher glamourös wirken. Welleneisen erinnern an Kreppeisen, die in den 90er Jahren beliebt waren. Doch das Ergebnis ist anders: Das Haar wird hier in die wellenförmige Zange eingelegt, die sehr akkurate Wellen erzeugt.

ZANGE: Ob man sich für ein Produkt mit oder ohne Zange entscheidet, ist Geschmackssache. Jene zum Aufklappen fixieren die Strähne während der Wartezeit, erzeugen aber auch mal schnell einen Knick im Haar, erläutert Schulze den Nachteil. Bei Geräten ohne Clip ist dagegen die Verletzungsgefahr höher, weil man die Strähnen selbst halten muss. Hier sollte man einen Handschuh mit Hitzeschutz verwenden.

HAARSTRUKTUR UND -LÄNGE: Es ist auch abhängig von der Frisur, welche Locken sich ergeben. "Mit einem kleinen Lockenstab kann ich sowohl bei feinem als auch dickem Haar kleine Locken formen. Aber das Endergebnis ist ein anderes", erklärt Weinitschke. Wer feines Haar hat, teilt die Strähnen am besten etwas größer ab, um schöne Locken zu kreieren. Frauen mit dickem Haar machen es andersherum, damit die Locke besser hält und sich nicht schnell zur Welle aushängt. Krumbholz rät bei kürzerem Haar nicht zu großen Lockenstäben. "Kann ich ihn nur einmal ums Haar legen, bekomme ich keine großen Locken hin." Bei schulterlangem Haar erzeugt ein dicker Lockenstab, der zwei- bis dreimal ums Haar passt, natürliche Wellen.

dpa

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