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10:54 13.02.2017
Die neue Teekanne von Kähler Design aus der Serie Hammershoi hat ein integriertes Sieb, das unter anderem die Ausgussgeschwindigkeit reguliert. Quelle: Kähler Design/dpa-tmn
Frankfurt/Main

Genug Tassen hat wirklich jeder. Sogar Single-Haushalten fehlt es in der Regel daran nicht. Und doch gibt es nun eine Tendenz zur besonderen Tasse für Tee. Und zur besonderen Kanne. Oder einem hübschen Sieb.

"Man hat das 36-teilige Service für den Sonntagnachmittag ja schon zu Hause, jetzt kauft man sich noch Einzelteile für das Lieblingsgetränk und für den speziellen Genussmoment", sagte Hermann Hutter vom Handelsverband Koch- und Tischkultur auf der internationalen Konsumgütermesse

Ambiente in Frankfurt am Main (10. bis 14. Februar).

Gedacht ist das nicht für die große Runde, sondern für sich und maximal ein paar Freunde. Und es ist auch nicht gedacht für den schnellen Beuteltee zwischendurch. Sondern für den Moment, in dem man sich zum wirklichen Genießen eine Kanne richtig guten Tee, vielleicht sogar aus selbstgezogenen Blättern, zubereitet.

"Solche Produkte sprechen die Menschen auf emotionaler Ebene an", erklärt Haushaltswaren-Experte Hutter. Während gelegentliche Teetrinker und jene Menschen, die Genuss nicht zelebrieren wollen, einfach einen Beutel in die Tasse stecken, findet der Teeliebhaber Vergnügen an dem Akt des Brauens und am Eindecken mit einem besonderen Geschirr.

Eine ähnliche Entwicklung kennt man schon vom Kaffeemarkt. Dank neuer Maschinen explodierten irgendwann die Zubereitungsmöglichkeiten für zu Hause und damit das Sortiment im Massenmarkt. Aus einfachem Filterkaffee wurde Latte macchiato, Espresso und Cappuccino. Und man kaufte nicht mehr einfach nur Kaffee, man kaufte Arabica, Robusta und Arabusta. Mit dieser Spezialisierung wuchs auch das Angebot an Zubehör im Einzelhandel, erläutert Hutter. Die Firmen entdeckten Tassen, Gläser und Filter für sich und entwickelten sie weiter.

Das vollzieht sich inzwischen längst auch beim Tee: Die Palette der Sorten ist über die Jahre stark angewachsen. Im Zuge dessen entdecken die Designer und die Firmen auch die Utensilien für den Teegenuss für sich.

So hat sich zum Beispiel Monkey Business Design Israel der Optik der Tee-Eier gewidmet. Das runde Sieb namens Biskviti ist zu einem Keks aus Plastik geworden, der in den Tee gegeben wird - so als würde man dippen. Koziol interpretiert das Ei als Halterung mit Eulen-Motiv: Das Teesieb Elli wird direkt in die Tasse eingehängt und mit Blatt-Tee befüllt. Zu Fürstenbergs neuer Serie Fluen gehört als passgenauer Einsatz für die Tasse ein Teesieb aus Porzellan.

Asa Selection hat ein neues Programm namens BlackTea mit seidenmatter Oberfläche in Wabenstruktur auf der Ambiente vorgestellt. Und so manche andere Firma erweitert ihre Palette. Zum Beispiel Jenaer Glas vergrößert seine Kollektion Tea um eine besonders große Kanne: Tea Relax Family aus hitzebeständigem Borosilikatglas fasst 1,4 Liter.

Außerdem erweitern Porzellanmanufakturen, die bisher Tee nicht bedacht haben, ihre Palette: Kähler Design präsentiert auf der Messe seine erste Teekanne. Der Schnabel ist innen mit einem Sieb aus Porzellan vom Kannenbauch abgetrennt, damit man Blätter auch direkt im Wasser ziehen lassen könnte, erklärte Marketingleiter Trine van der Valk Rasmussen. Außerdem reguliere es die Ausgussgeschwindigkeit.

dpa

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