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15:40 17.11.2017
Smart Meter geben Daten in Echtzeit weiter. So kann man etwa mit dem Smartphone seinen Stromverbrauch im Blick behalten. Quelle: Phil Dera/www.co2online.de/dpa-tmn
Berlin

Die Einführung sogenannter Smart Meter in Deutschland verzögert sich: Eigentlich sollten ab 2017 die ersten größeren Stromverbraucher mit vernetzten Stromzählern ausgestattet werden.

Nach Einschätzung des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) ist vor Mitte 2018 jedoch nicht damit zu rechnen. Der Grund für die Verzögerung: Laut der Bundesnetzagentur fehlt noch die Definition der technischen Rahmenbedingungen für die neue Messtechnik. Die Kommunikationseinheiten der Smart Meter müssen vom

Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erst zertifiziert werden. Bislang ist das dem BSI zufolge bei keinem Gerät geschehen. Wenn die Geräte nicht vorlägen, könne der weitere Prozess nicht abgeschlossen werden, der Zeitplan rutsche nach hinten, erklärte ein VKU-Sprecher.

Es findet aber ein Austausch schon ab 2017 statt: Nach und nach bis 2032 erneuern örtliche Netzbetreiber sämtliche alten Stromzähler, erklärt der VKU. Haushalte mit einem Jahresverbrauch unter 6000 Kilowattstunden bekommen einen digitalen, aber nicht aus der Ferne auslesbaren und nicht vernetzten Zähler. Das gilt auch für Haushalte, die zum Beispiel auf dem Dach mit einer Photovoltaikanlage mit unter sieben Kilowatt Maximalleistung selbst Strom erzeugen. Diese seien nicht von der Verzögerung betroffen, betont der VKU.

Mit Beginn dieses Jahres sollten jedoch eigentlich auch Einheiten mit einem Verbrauch von mindestens 10 000 Kilowattstunden im Jahr anstelle des alten Zählers nach und nach von örtlichen Netzbetreibern mit Smart Metern ausgestattet werden. So einen hohen Verbrauch haben vor allem Industrie und Gewerbe. Betroffen davon sind auch Haushalte mit eigener Photovoltaikanlage, die über sieben Kilowatt maximale Leistung liefert. Das verzögert sich nun.

Geplant ist, dass ab 2020 auch Haushalte mit einem Jahresverbrauch von 6000 bis 10 000 Kilowattstunden diese Aufrüstung erfahren. Auch dieser Startzeitpunkt ist dem VKU zufolge stark gefährdet.

Die intelligenten Stromzähler, genannt Smart Meter, zeigen den Energieverbrauch über den gesamten Tagesverlauf an und speichern Daten. Über ein sogenanntes Gateway sollen Smart Meter Messdaten direkt an verschiedene Stellen senden, zum Beispiel Verteilnetzbetreiber und Stromlieferanten.

Durch die Vernetzung könnte es zukünftig beispielsweise möglich sein, elektrische Hausgeräte automatisch dann einzuschalten, wenn der Strom besonders günstig ist. Wärmepumpen oder Elektroautos ließen sich zu optimalen Strombezugszeiten günstiger aufladen. Die Smart Meter gelten als wichtiger Baustein zur Energiewende.

dpa

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