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11:18 28.01.2019
Berühmtes Markenzeichen: Der Brexit hat auch Auswirkungen für deutsche Autofahrer - daher bereiten sich britische Marken wie Rolly-Royce auf mögliche Folgen vor. Quelle: Florian Schuh
Berlin

Der Brexit-Termin rückt näher. Und nach wie vor droht ein ungeregelter Austritt Großbritanniens aus der EU. Welche Auswirkungen drohen Käufern britischer Autos?

Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen, die BMW-Töchter Mini und Rolls-Royce sowie Jaguar Land Rover wagen den Blick in die Glaskugel.

Welche Auswirkungen hat der Brexit auf Garantieleistungen?

Kunden und Käufer britischer Automarken dürften zumindest bei Garantie und Gewährleistung auch künftig keine Nachteile haben, erklärt Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer. Weil diese gesetzlich verankert seien und UK-Produkte auch in Zukunft den EU-Richtlinien entsprechen müssten, wenn sie hierzulande verkauft werden.

Auch Hersteller wie Mini und Jaguar Land Rover äußern sich entsprechend. So werde der Brexit "voraussichtlich keine Auswirkung auf unsere Garantie und Gewährleistung haben", teilt Emma Begley von der BMW Group mit, zu der Mini gehört. Daran schließt sich Sprecherin Andrea Leitner-Garnell von Jaguar Land Rover an.

Steigen die Preise?

"Sollten Zölle zwischen UK und EU kommen, würden zum Teil Neuwagen, aber auch Ersatzteile aus UK teurer", prognostiziert Dudenhöffer. Um wie viel, sei schwer zu sagen, da die Unternehmen einen Teil der Zölle selbst tragen könnten. Sollte das Pfund weiter abgewertet werden, könnte laut dem Branchenexperten der Fall eintreten, dass UK-Autos und Ersatzteile sogar billiger werden. "Also eigentlich ist alles möglich. Preiserhöhungen würde ich für die Fahrzeuge der meisten Anbieter ausschließen. Der Brexit ist eher eine Chance für Autokäufer", schätzt Dudenhöffer.

Mini möchte Spekulationen zu den Auswirkung von Zollerhöhungen auf Fahrzeugpreise nicht kommentieren. Der Preis hänge nicht nur von Kosten ab, sondern er sei auch ein wichtiges Wettbewerbsinstrument, teilt dazu Jaguar Land Rover mit. "Um in einem Markt erfolgreich agieren zu können, muss der Preis wettbewerbsfähig sein, deshalb werden unsere Preise immer den jeweiligen Marktanforderungen entsprechen", so Leitner-Garnell. Ruth Hucklenbroich von Rolls-Royce ergänzt: "Die Preise können natürlich angepasst werden, aber Planungen dazu gibt es derzeit nicht."

Werden die Lieferzeiten länger, und was ist mit Ersatzteilen?

Lieferzeiten für Neuwagen dürften nach Einschätzung von Dudenhöffer durch den Brexit nur unwesentlich erhöht werden und vielleicht zwei oder drei Tage länger werden aufgrund von Zollformalitäten und Transportwegen.

Bei Jaguar Land Rover bereite man sich auch auf einen No-Deal-Brexit vor. Man werde alles tun, um Lieferverzögerungen zu vermeiden. "Leider kann heute immer noch niemand sagen, wie sich der Brexit tatsächlich gestalten und auswirken wird", so Leitner-Garnell.

Auch Mini präpariert sich für dieses "Worst-Case-Szenario": "Das beinhaltet unter anderem auch, dass wir unsere Zoll- und Logistikprozesse auf ein klassisches Drittlandszenario ausrichten, um maximal auf die Auswirkungen des Brexit vorbereitet zu sein", erläutert Begley. Man betreibe einen hohen Aufwand, so gut wie möglich sicherzustellen, dass die potenziell negativen Auswirkungen des Brexits auf alle Teile der Geschäftstätigkeit so gering wie möglich blieben. "Das schließt natürlich auch das Thema Lieferzeiten und Ersatzteilversorgung ein."

Auch Rolls-Royce will die Auswirkungen erst einmal abwarten. "Wir haben jedoch wegen der Teileversorgung vorgeplant und erwägen alternative Lieferwege", so Sprecherin Hucklenbroich.

Dudenhöffer sieht die Ersatzteilversorgung durch den Brexit nicht infrage gestellt. "Allerdings könnte die Lieferung von Teilen etwa länger dauern und durch Zölle verteuert werden."

Wo werden britische Automodelle derzeit gebaut?

Aktuell werden 80 Prozent der Fahrzeuge von Jaguar Land Rover laut Hersteller in England gebaut. Die Jaguar-Modelle E-Pace und I-Pace entstehen in Graz (Österreich) und der Land Rover Discovery in Nitra (Slowakei).

Circa 60 Prozent aller Minis werden aktuell in Oxford gebaut, teilt die BMW-Tochter mit. Man bekenne sich zur Geschäftstätigkeit im Vereinten Königreich und habe aktuell keine Pläne, Produktionsvolumen aufgrund des Brexits an andere EU-Standorte zu verlegen, teilt Sprecherin Begley mit.

Rolls-Royce baut seine Autos in Goodwood, West Sussex. "Es gibt keinen zweiten Produktionsstandort, und als wahre britische Marke ist das auch nicht geplant", so Hucklenbroich.

dpa

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