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Autostudien mit nachwachsenden Rohstoffen

Verkehr Autostudien mit nachwachsenden Rohstoffen

Moos unter der Rückbank, Holzdielen als Bodenbelag, ein Gewächshaus auf dem Armaturenbrett oder eine Bonsai-Plantage zwischen den Rücksitzen - je mehr Hightech die aktuellen Designstudien bieten, desto natürlicher wird die Materialauswahl.

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Viele Studien, die sich der Elektromobilität und dem autonomen Fahren verschrieben haben, setzen mehr oder weniger stark auf Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen.

Quelle: Volkswagen AG

Detroit. Ein Ölkännchen brauchen sie nicht mehr, und selbst den Benzinkanister können sie ausmustern. Doch wenn es nach den Designern und Vordenkern der Autohersteller geht, werden Fahrzeugbesitzer stattdessen vielleicht bald eine Gießkanne mit in den Wagen nehmen müssen.

Denn zumindest bei ihren aktuellen Studien auf der

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Holzklasse der Zukunft: In der Nissan-Studie VMotion 2.0 finden sich Tropenholz-Paneelen in den Türen und dem Armaturenbrett.

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Elektronikmesse CES in Las Vegas und der

Detroit Motor Show (8. bis 22. Januar) experimentierten Firmen wie BMW oder Rinspeed mit buchstäblich nachwachsenden Rohstoffen und gestalten ihre Innenräume mit lebenden Pflanzen.

Und wo kein Moos und keine Gräser sprießen, sieht man zumindest immer öfter möglichst naturbelassene Holzplanken auf dem Boden und frische Furniere in den Türen. Mit diesem Ambiente setzen die Designer einen deutlichen Kontrapunkt zur aktuellen Entwicklung bei der Ausstattung der Fahrzeuge: Während die Elektronik immer mehr Einfluss bekommt, die Bildschirme größer werden, die Vernetzung zunimmt und die digitalen Inhalte eines Innenraums an Bedeutung gewinnen, werden die Autofahrer so buchstäblich etwas geerdet: Birke statt Bits und Moos anstelle von Modems.

Während sich die Liebe zur Natur bei Fahrzeugen wie dem VW I.D. Buzz oder Nissan VMotion 2.0 noch auf die Beplankung des Fußbodens im VW mit hellen Dielen oder den Tropenholz-Paneelen in den Türen und dem Armaturenbrett des Nissan beschränkt, gehen andere Hersteller auf den Messen in Las Vegas und Detroit deutlich weiter und setzen tatsächlich lebende Pflanzen ein.

In der Sitzkiste BMW i Inside Future, die den Innenraum des nächsten i-Modells vorweg nehmen soll, sprießt unter der mit Recyclingstoffen bezogenen Rückbank echtes Moos, das eifrige Mitarbeiter während der CES tatsächlich jeden Tag gießen müssen, erläutert Pressesprecher Cypselus von Frankenberg. Wer auf der Motorshow in Detroit in die SUV-Studie EnSpirit des chinesischen Hersteller GAC schaut, sieht auf der Armlehne zwischen den hinteren Sitzen ein Bonsai-Bäumchen wachsen.

Und Querdenker Frank Rinderknecht hat hinter dem Lenkrad seiner Rinspeed-Studie Oasis sogar ein echtes Gewächshaus für Miniaturpflanzen angelegt - samt Klimatisierung, Bewässerung und Frischluftklappe in der Frontscheibe. "Wie ein Blumentopf zum mitnehmen ist die Grünfläche des Oasis groß genug für Bonsai-Bäumchen oder Radieschen", sagt der Firmenchef. Die Motivation für die hölzernen Designspielerein und die buchstäblich lebendige Innenraumgestaltung ist vielschichtig.

BMW will damit laut von Frankenberg die Nachhaltigkeit der Elektrofahrzeuge unterstreichen und den Faden weiterspinnen, den die Bayern in den Serienfahrzeugen zum Beispiel mit dem Eukalyptusholz fürs Armaturenbrett bereits vorgeknüpft haben. GAC-Entwickler Jian Yun Su sieht in dem hölzernen Winzling in seinem Wagen ein Symbol für den verantwortungsvollen Umgang mit der Natur. "Schließlich haben wir es hier nicht mit einem normalen SUV zu tun, sondern mit einem umweltfreundlichen Plug-in-Hybriden."

Und Frank Rinderknecht sieht im "Mobile Urban Gardening" einen weiteren Schritt, das Auto zum Lebensraum zu machen. "Wenn der Wagen neben der Wohnung und dem Büro tatsächlich zum sogenannten Third Place wird, dann dürfen da doch Blumen nicht fehlen", ist er überzeugt. Mini-Bäume als modische Raumteiler, Moos als Verkleidung und Blumenschmuck unter der Frontscheibe - bislang sind das vergleichsweise abwegige Ideen, die in die Serienentwicklung erst noch buchstäblich hineinwachsen müssen. Wie weit dieser Weg noch ist, zeigt ein genauer Blick auf den Bonsai in der GAC-Studie: Statt aus Holz ist das Bäumchen nämlich aus Plastik.

dpa

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