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Mitarbeiterüberwachung - Wie weit dürfen Arbeitgeber gehen?

Arbeit Mitarbeiterüberwachung - Wie weit dürfen Arbeitgeber gehen?

Sagen Mitarbeiter die Wahrheit? Und sind sie fleißig? Keine Frage: Arbeitgeber wüssten das gern. Doch der Überwachung von Angestellten sind klare Grenzen gesetzt.

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Das Bundesarbeitsgericht meint: Nur wenn der konkrete Verdacht einer schweren Pflichtverletzung besteht, dürfen Arbeitgeber einen Detektiv anheuern.

Quelle: Sebastian Kahnert

Erfurt. Das rief jetzt auch das höchste deutsche Arbeitsgericht auf den Plan.

Arbeitgebern ist es grundsätzlich untersagt, ihre Mitarbeiter ständig zu überwachen. Denn das verletzt das allgemeine Persönlichkeitsrecht, sagt Hans-Georg Meier, Fachanwalt für Arbeitsrecht. Wollen sie es ausnahmsweise dennoch tun, ist das nur in engen Grenzen möglich. Außerdem brauchen Arbeitgeber dazu in der Regel die Zustimmung des Betriebsrats. Was erlaubt ist, hängt auch davon ab, ob ein Mensch oder eine technische Einrichtung Mitarbeiter überwacht, und wo dies geschieht.

Das Bundesarbeitsgericht (BAG) in Erfurt hat am Donnerstag (19. Februar) der Überwachung von Mitarbeitern durch Detektive Grenzen gesetzt. Nur bei dem konkreten Verdacht einer schweren Pflichtverletzung dürfen Arbeitgeber sie zur Kontrolle von Mitarbeitern einsetzen. Abgesehen von diesem Fall: Unzulässig sei die Überwachung durch Detektive auch, wenn sie so weit geht, dass sie an Stalking grenzt, erläutert Meier.

Bei einer Überwachung durch technische Einrichtungen wie Kameras am Arbeitsplatz müssen Mitarbeiter unterscheiden: Weitgehend zulässig ist die Überwachung öffentlich zugänglicher Räume aus Sicherheitsgründen. Das können zum Beispiel Geschäftsräume mit Kundenverkehr sein, erklärt Nathalie Oberthür, Fachanwältin für Arbeitsrecht in Köln. Der Arbeitgeber muss dann auf die Überwachung deutlich und sichtbar hinweisen. Außerdem darf das Personal nicht permanent bei der Arbeit gefilmt werden.

Eine verdeckte Überwachung von Arbeitnehmern ist dagegen grundsätzlich verboten. Ausnahmsweise kann der Arbeitgeber heimlich filmen, wenn er eine Straftat aufklären will. Dann darf es neben der Videoüberwachung aber kein anderes Mittel zur Aufklärung geben. Ein Beispiel kann etwa sein, wenn immer wieder Geld in der Kasse fehlt und sich das nicht anders aufklären lässt, sagt Oberthür. Der Einsatz muss jedoch zeitlich begrenzt sein, es braucht einen konkreten Verdacht für die Straftat und alle anderen Möglichkeiten zur Überwachung müssen ausgeschöpft sein. Außerdem gilt es, die Intimsphäre der Mitarbeiter zu schützen. Toiletten oder Umkleideräume dürfen nie gefilmt werden. Verstößt der Arbeitgeber gegen diesen Grundsatz, drohen ihm Bußgelder. Außerdem können Mitarbeiter Schmerzensgelder einklagen.

dpa

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