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Willkommen auf dem Campus: Kleine Typologie der Uni-Anfänger

Hochschulen Willkommen auf dem Campus: Kleine Typologie der Uni-Anfänger

Das Leben als Erstsemester ist nicht leicht. An der Uni ist alles so viel größer als an der Schule. Und die Bürokratie tut ihr Übriges. Daher sind an den Unis wieder viele fragende Gesichter zu sehen.

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An der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz hat das neue Semster begonnen. Für die Erstis beginnt damit ein neuer Lebensabschnitt.

Quelle: Fredrik von Erichsen

Mainz. Wer kommt da genau auf den Campus? Eine etwas überzeichnete Typologie der Uni-Anfänger.

 

Der Ausbrecher: Für manchen Uni-Anfänger kommt das erste Semester einer Befreiung vom harten Joch der Schulzeit gleich. Mit der Uni gibt es endlich einen Grund, dem Zugriff der Eltern zu entfliehen. Der Ausbrecher kommt daher vorzugsweise in Wohngemeinschaften unter, in denen noch zwei bis drei Gleichgesinnte leben - in den Nächten ab und zu noch mehr. Die Liste der Studentenpartys hat er im ersten Semester schneller parat als die Liste seiner Seminare.

 

 

Der Penible: Ist der Gegenspieler des Ausbrechers. Der Penible fragt im ersten Seminar, welche Anforderungen der Dozent an seine Notizblöcke stellt: Geht liniert oder muss es doch ein Karo sein? Schreibt schon bei Verlesung der Anwesenheitsliste seine erste Stoff-Zusammenfassung - ist ja vielleicht prüfungsrelevant. Fragt sich irgendwann in ein paar Jahren, ob das wirklich nötig war. Ist bis dahin bei den Kommilitonen beliebt. Vor allem vor Prüfungen.

 

 

Der Überforderte: Bildungskritiker sagen, dass die wahre Hürde an deutschen Uni die Bürokratie ist. Auf der Suche nach dem richtigen Stempel vom richtigen Büro hat schon so mancher große Geist den Lebensmut verloren. Dem Überforderten treibt allein der Begriff "Anmeldefrist" Schweißperlen auf die jungakademische Stirn. Fühlt sich in den Fluren der Uni-Verwaltung wie auf dem Weg zum Schicksalsberg im dunklen "Herr der Ringe"-Reich Mordor. Geht nach der Uni aber gestärkt auf neue Aufgaben zu. Ziel: Steuererklärung.

 

 

Der Macher: Wer in der Schule schon gerne Klassensprecher war, findet an der Uni mannigfaltige Erfüllung. Der Macher stellt sich schon in der ersten Woche mit klarer Agenda zur Wahl für den Fachschaftsrat. Erträgt mit Gleichmut, bei der Semesterparty nichts trinken zu können - irgendwer muss am nächsten Morgen ja die Rund-Mail mit der Liste an liegengebliebenen Jacken aufsetzen. Ist geübt im Smalltalk mit den Profs. Hätte auch irgendwann gerne mal ein Sekretariat.

dpa

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