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Wann eine Teilqualifizierung sinnvoll ist

Arbeit Wann eine Teilqualifizierung sinnvoll ist

Noch als Schülerin schwanger geworden oder immer nur gejobbt: Es gibt viele Gründe, warum Erwachsene ohne einen Ausbildungsabschluss sind. Doch es gibt Möglichkeiten, auch im fortgeschrittenen Alter eine Ausbildung nachzuholen. Eine Option ist die Teilqualifizierung.

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Aneta Schikora ist Pressereferentin der Bundesagentur für Arbeit.

Quelle: Stefan Brending

Nürnberg/Berlin. Wenn Josef Schatz vom Beruf des Industriemechanikers spricht, kommt er ins Schwärmen: "Nicht nur etwas in Gang zu bringen, sondern auch die Prozesse dahinter zu begreifen, das begeistert mich. Ich will nichts Anderes machen."

Josef Schatz ist 29 und seit knapp zwei Jahren im

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Aneta Schikora ist Pressereferentin der Bundesagentur für Arbeit.

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Teilqualifizierungsprojekt der Industrie- und Handelskammer Nürnberg. Bei einem Bildungsträger lernt Schatz in theoretischen Lernmodulen und Betriebspraktika die Arbeit des Industriemechanikers kennen. Noch bis Februar 2017 wird er täglich die Schulbank drücken und dann, so hofft er, endlich einen Berufsabschluss haben.

Wie Josef Schatz haben rund 2100 Personen bis März 2016 eine IHK-Teilqualifizierung begonnen. Das geht aus einer Datenerhebung des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) hervor. Am häufigsten waren Qualifizierungen zum Fachlagerist und Berufskraftfahrer vertreten, aber auch zum Verkäufer oder zur Servicekraft für Schutz und Sicherheit. "Es ist ein Qualifizierungsinstrument für Menschen, die es auf dem Arbeitsmarkt schwer haben", erklärt Markus Kiss vom DIHK die Initiative.

Teilqualifizierungen richten sich an Erwachsene über 25 Jahren, die keine oder eine veraltete Berufsausbildung abgeschlossen haben. Sie dienen der Eingliederung in den Arbeitsmarkt für arbeitslose und von Arbeitslosigkeit bedrohte Menschen und können beim nachträglichen Erwerb eines Berufsabschlusses helfen. Auch Flüchtlingen wolle man damit eine Möglichkeit geben, in den Arbeitsmarkt einzusteigen, erklärt Markus Kiss. "Wir wollen die klassischen Ausbildungen nicht konterkarieren. Es bleibt die Ausnahme, ist aber ein guter Weg, Menschen, die nicht so gut qualifiziert sind, fit zu machen."

Die Idee bei den Teilqualifizierungen: Erwerbstätige müssen nicht gleich eine zwei- oder dreijährige Ausbildung machen. Sondern sie absolvieren jeweils einzelne Bausteine. Nach jedem Baustein erwerben sie ein Zertifikat. Bestehen Arbeitnehmer alle Teilqualifizierungen, können sie sich zur Externenprüfung anmelden. Die Teilqualifizierungen werden allerdings nur für einige bestimmte Ausbildungen angeboten.

Weitere Wege ins Berufsleben kennt Aneta Schikora, Pressereferentin der Bundesagentur für Arbeit. Junge Erwachsene, die eine berufliche Ausbildung nachholen wollen, können dies zum Beispiel auch mit dem Programm Zukunftsstarter tun. Die Ausbildungsinitiative der Bundesagentur für Arbeit richtet sich insbesondere an Menschen zwischen 25 und 35 Jahren. Um finanziellen Pflichten und eventuell der Betreuung eigener Kinder gerecht zu werden, gibt es beispielsweise die Möglichkeit der Teilzeitausbildung.

Wer hingegen schon länger als gering qualifizierter Helfer in einem Betrieb arbeitet, kann sich womöglich im Unternehmen selbst weiterbilden. Kosten für Lehrgänge und Zuschüsse für Arbeitsausfälle im Rahmen der Ausbildung übernimmt dann die Bundesagentur für Arbeit.

Den Weg zur Arbeitsagentur empfiehlt auch Martina Bandoly, Karriereberaterin bei der

Deutschen Gesellschaft für Karriereberatung. Und Geringqualifizierte sollten sich klarmachen: Auf kurze Sicht scheint eine Ausbildung oder Teilqualifizierung womöglich erst einmal unattraktiv. Wer sich derzeit mit Gelegenheitsjobs über Wasser hält, verdient gar nicht so selten in der Ausbildung erst einmal weniger Geld. An einer Fort- oder Weiterbildung werde man auf Dauer häufig trotzdem nicht vorbeikommen. Denn sie reduziert die Wahrscheinlichkeit, auf Dauer arbeitslos zu werden.

dpa

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