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Kaufmännische Berufe bei Azubis ganz oben

Arbeit Kaufmännische Berufe bei Azubis ganz oben

Mehr als 300 Ausbildungsberufe gibt es - doch die meisten Jugendlichen ziehen nur wenige davon in Betracht. Besonders häufig werden kaufmännische Jobs gewählt.

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Die Bildkombo zeigt vier typische Ausbildungsberufe bei jungen Männern: Industriemechaniker, Koch, Tischler und Kfz-Mechatroniker.

Quelle: Hendrik Schmidt/Maja Hitij/Jens Büttner/Waltraud Grubitzsch

Nürnberg. Experten raten: Den Beruf sollte man nicht nur nach der Ausbildungsvergütung aussuchen.

Bei der Wahl ihres Ausbildungsplatzes haben sich die jungen Menschen in Deutschland auch im vergangenen Jahr auf eine enge Auswahl beschränkt. Bei den 525 900 Ausbildungsverträgen dominierten erneut die kaufmännischen Berufe, wie das Statistische Bundesamt am Freitag (31. Oktober) in Wiesbaden berichtete. Die beliebteste Lehre blieb Einzelhandelkaufmann oder -frau vor den Verkäufern und Kraftfahrzeugmechatronikern.

Zu den fünf häufigsten Lehrberufen zählten zudem die Industrie- und die Bürokaufleute. Die Spitzengruppe ist laut Bundesamt seit neun Jahren unverändert und macht ein gutes Fünftel aller begonnenen Ausbildungen aus. Erhebliche Unterschiede gibt es bei der Berufswahl nach dem Geschlecht: Während bei den jungen Frauen die Einzelhandelskauffrau am beliebtesten ist, wollten besonders viele junge Männer Kfz-Mechatroniker werden.

Die Ausbildungsberufe, die seit Jahren bei Jugendlichen hoch im Kurs stehen, werden oft vergleichsweise hoch vergütet - und die Arbeitszeiten sind angenehm. Für viele seien diese zwei Punkte ausschlaggebend, sagt Jürgen Wursthorn, Sprecher der Bundesarbeitsagentur in Nürnberg. Das sei zwar nachvollziehbar - häufig jedoch zu kurz gedacht. "Wir wünschen uns bei der Berufswahl mehr Reflexion." Statt die eigenen Stärken gründlich zu analysieren, um den passenden Beruf zu finden, legten sich viele Schüler vorschnell fest.

Manche schielen auf die Arbeitszeiten und die Ausbildungsvergütung und stellen Jahre später fest, dass das die falschen Prioritäten waren und sie im falschen Beruf gelandet sind. Klarheit über die eigenen Ziele können zum Beispiel Gespräche mit Berufsberatern der Arbeitsagenturen, mit Lehrern und mit den Eltern bringen. Wichtig sei erst einmal nur, sich mit diesen grundsätzlichen Fragen auseinanderzusetzen und einen eigenen Weg zu finden, statt mit der Masse mitzuschwimmen. Gerade bei sehr beliebten Berufen führe für schwächere Jugendliche häufig außerdem gar kein Weg daran vorbei, sich möglichst früh Alternativen zu überlegen.

Dass Jugendliche sich für dieselben Berufe interessieren, liege teilweise aber auch an den Eltern. "Wir sehen ganz oft, dass Eltern den Beruf, den sie selbst gewählt haben, den Kindern sehr ans Herz legen", erzählt Wursthorn. Sie wollen den Nachwuchs so unterstützen. Sie kennen die Branche und können Tipps geben. Möglicherweise haben sie auch Beziehungen. Nicht selten geht das Drängen jedoch an den Interessen oder Talenten der Jugendlichen vorbei. Auch wenn es schwerfällt, sollten Eltern ihre Kinder selbst eine Entscheidung treffen lassen. Entpuppt sich diese als falsch, können Jugendliche sich nach der Ausbildung immer noch umorientieren.

Viele Erziehungsberechtigte seien außerdem über neuere Berufe nur schlecht informiert und kennen sie mitunter gar nicht. Ihre Beratung greift deshalb häufig zu kurz. Bevor Eltern ihrem Nachwuchs Empfehlungen geben, sollten sie selbst gründlich recherchieren und sich beispielsweise in der Arbeitsagentur beraten lassen.

 

Service:

 

Die kostenlose Hotline zur Terminvereinbarung für eine Berufsberatung bei der Arbeitsagentur ist unter 0800/45 55 500 zu erreichen.

dpa

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