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Anruf beim Headhunter - Stellensuche geht auch so

Arbeit Anruf beim Headhunter - Stellensuche geht auch so

Auf einen Anruf vom Headhunter muss niemand mehr warten. Inzwischen können sich Arbeitnehmer auf eigene Initiative bei vielen Personalberatern um einen neuen Job bemühen.

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Selbst zum Hörer greifen: Will man einen Headhunter auf sich aufmerksam machen, sollte man ganz genau wissen, was man beruflich erwartet. Dann kann alles ganz schnell gehen.

Quelle: Jens Kalaene

Berlin. Ganz ohne ist das jedoch nicht.

Sie sitzen im Büro und warten auf den einen Anruf. Mit dem Satz: "Können Sie gerade frei sprechen?" beginnt dann oft der Bewerbungsprozess, nach dem sich einige Arbeitnehmer sehnen. Sie wissen, am anderen Ende der Leitung ist ein Headhunter, die Chance auf ein höheres Gehalt oder den Traumjob. Inzwischen muss aber niemand mehr warten: Viele Personalberater bieten auf ihren Webseiten die Möglichkeit, eine Bewerbung zu hinterlegen.

Deutschlandweit gibt es nach Angaben des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater (BDU) rund 5800 Berater in etwa 2000 Personalberatungsunternehmen. 2013 wurden etwa 52 500 Stellen über Headhunter besetzt. Der englische Begriff bedeutet übersetzt so viel wie Kopfjäger. "Wir vermeiden den Begriff, weil er so martialisch klingt", sagt BDU-Sprecher Klaus Reiners. Personalberater hätten schließlich eine beratende Funktion. Sie werden immer dann eingeschaltet, wenn der Markt eng ist.

Reiners rät interessierten Arbeitnehmern, ihre Bewerbungen nicht breit zu streuen, sondern gezielt nach Personalberatern zu suchen. "Der Personalberater sollte auf die entsprechende Branche spezialisiert sein", sagt er. Die

Datenbank des BDU kann nach bestimmten Branchen und Berufsgruppen durchsucht werden. Den meisten Beratern reicht ein Anschreiben und ein Lebenslauf mit Foto. Andere verlangen eine vollständige Bewerbung mit Zeugnissen oder ein ausgefülltes Online-Formular.

 

Christoph Nehring, Geschäftsführer bei der Personalberatung Hapeko Hanseatisches Personalkontor, legt besonderen Wert auf den Lebenslauf. "Ich muss aus dem Lebenslauf sofort erkennen können, ob der Bewerber die neue Tätigkeit packt", sagt er. Der Personalberater greife schließlich auf Erfahrungen zurück.

Wer sich beim Personalberater um einen Job bemüht, sollte ganz genau wissen, was er will. "Ich stelle in den Gesprächen oft fest, dass viele Bewerber wenig darüber reflektiert haben, warum sie bei mir sitzen", sagt Nehring. Mit Phrasen wie "Ich suche eine neue Herausforderung" sei keinem geholfen. "Klar sagen, warum man gehen will", rät er. Nur so könne der Personaler herausfinden, ob der Kandidat zu einem Unternehmen passt. Wenn der Kandidat wechseln möchte, weil er sich von seinem Chef tyrannisiert fühlt, sollte er es sagen - ohne zu sehr ins Detail zu gehen. "Es kommt auf einen Mix von Diplomatie und Ehrlichkeit an", sagt die Karriereberaterin Nadja Henrich aus Füssen.

Floskeln gebe es aber auch auf der anderen Seite. Wo sich der Kandidat in fünf Jahren sieht, interessiere ihn nicht, sagt Nehring. "Echte Karriere machen diejenigen, die gute Arbeit leisten, nicht die, die Karriere machen wollen." "Ohne Personalberater gleicht der Bewerbungsprozess einem Schönheitswettbewerb", sagt er. "Beide Seiten versuchen, sich schön darzustellen." Der Personalberater sorge dafür, dass es keine bösen Überraschungen gibt.

Bewerber sollten aber immer prüfen, ob der Personalberater seriös ist. Die

Berufsgrundsätze für Unternehmens- und Personalberater, die der BDU zusammengefasst hat, können dabei als Leitfaden dienen. "Der Personalberater verfolgt natürlich auch sein eigenes Ziel, die Stelle zu besetzen und das Honorar zu bekommen", sagt Henrich. Hat er für das Unternehmen schon mehrere Stellen vermittelt, sei das ein Hinweis auf ein Vertrauensverhältnis.

 

Dennoch sollten Bewerber sich nicht scheuen, zu fragen, ob es in der Vergangenheit zu Fehlbesetzungen kam. Henrich rät, Gespräche mit Personalberatern und Unternehmen stets auf Augenhöhe zu führen. Das sei nicht immer selbstverständlich - auch wenn sich die Kandidaten in einem festen Arbeitsverhältnis befinden. "Wenn der Leidensdruck zu hoch ist, haben viele wenig Selbstvertrauen in sich und ihre Fähigkeiten", sagt die Karriereberaterin.

Geeignete Kandidaten sucht der Personalberater auf verschiedenen Wegen. Reiners empfiehlt, mit Beiträgen in Fachforen von Online-Netzwerken Spuren im Internet zu hinterlassen, um sich bei Personalberatern interessant zu machen. "Vorträge auf Konferenzen, Beiträge in Blogs oder Veröffentlichungen in Fachzeitschriften können ebenfalls helfen." Decken sich die Anforderungen des Auftraggebers mit den Qualitäten eines dem Personaler bekannten Kandidaten, kann dann alles sehr schnell gehen.

dpa

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