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Schneekanonen und kein Schnee - Skisaison verspätet

Tourismus Schneekanonen und kein Schnee - Skisaison verspätet

Kein Schnee - kein Skibetrieb. Bayern wartet. Trotz Schneekanonen. Gerade die sollten den Wintersportorten den Schnee und damit die Touristen sichern. Die Wintersaison startete am Wochenende (6./7. Dezember) an Deutschlands höchstem Berg in den bayerischen Alpen - mit einem einzigen Lift.

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Schlechte Zeiten für Wintersportler: Die Piste ist vielerorts noch grün.

Quelle: Karl-Josef Hildenbrand

Garmisch-Partenkirchen. t. An der 2962 Meter hohen Zugspitze lief am Samstag die Doppelschlepplift-Anlage Schneefernerkopf an. Auf dem Gletscher reicht der junge Schnee gerade so für die ersten Schwünge, wie ein Sprecher der

Zugspitzbahn erläutert. Weiter unten können bislang nicht einmal die Pistenraupen fahren - auf dem steinigen Untergrund etwa im Weißen Tal fehlt es noch an weißer Pracht.

 

Ähnlich im Allgäu. In Oberstdorf und im österreichischen Kleinwalsertal beginnt die Skisaison eine Woche später. Der ursprünglich für das Wochenende geplante Start müsse um eine Woche verschoben werden, sagt Bergbahn-Chef Augustin Kröll. In einer Woche (13. Dezember) soll es im Gebiet Fellhorn-Kanzelwand, am Nebelhorn und am Söllereck dann wirklich losgehen. Spätestens am 21. Dezember und gerade noch rechtzeitig vor Weihnachten will die Zugspitzbahn das Classic-Gebiet unterhalb der Alpspitze öffnen.

Wann Skifahrer und Snowboarder an der Zugspitze richtig loslegen können, darauf wollen sich die Verantwortlichen nicht festlegen. "Grundsätzlich wäre es um diese Jahreszeit oben kalt genug, dass der Schnee liegen bleibt", sagt ein Sprecher. "Wir müssen aber auf Niederschläge warten." Denn: "An der Zugspitze gibt es keine einzige Schneekanone. Wir sind zu hundert Prozent ein Naturschnee-Skigebiet." Deshalb variiert der Saisonstart besonders stark. Mal geht es Ende Oktober los wie vor vier und fünf Jahren, manchmal Mitte Dezember.

Andernorts rüsten die Wintersportorte mit Schneekanonen auf. Längst blasen surrende und zischende Maschinen künstliche Flocken auf die Pisten. Umweltschützer kritisieren das angesichts des Klimawandels als falschen Weg und fordern ein Umdenken der Touristiker.

Die meisten bayerischen Pisten liegen unterhalb von 1500 Metern. Prognosen zufolge wird dort in 20 bis 30 Jahren kein rentabler Skibetrieb mehr möglich sein. Nach einer Studie im Auftrag des Deutschen Alpenvereins (DAV) werden Skifahrer in Bayern langfristig nur zwei schneesichere Gebiete finden: Garmisch-Partenkirchen und das Gebiet um die Zugspitze und Oberstdorf mit dem Nebelhorn.

Deutschlands Liftbetreiber sind hingegen sicher: Auf deutschen Pisten gibt es die nächsten 30 Jahre genug Schnee - auch wenn er aus der Kanone kommt. Der Verband Deutscher Seilbahnen (VDS) hat dazu eine Studie am Innsbrucker Institut für Interdisziplinäre Gebirgsforschung in Auftrag gegeben. "Schnee ist und bleibt die Existenzgrundlage des alpinen Wintertourismus", sagte VDS-Präsident Peter Huber kürzlich.

Für 12,5 Millionen Euro haben die Bergbahnen am Sudelfeld bei Bayrischzell gegen den Protest von Umweltgruppen einen zwei Fußballfelder großen Speicherteich gebaut. Er soll die Beschneiung und damit den Wintersport für die nächsten 25 Jahre sichern. Der Teich versorgt in einem im Landschaftsschutzgebiet gelegenen Skigebiet die Maschinen mit Wasser für Kunstschnee.

Bisher wurden in dem Gebiet 20 Hektar Pisten beschneit. "Jetzt sind es 43", sagt Geschäftsführer Harald Gmeiner. Im Endausbau sollen es 71 Hektar sein. "Was dort an Fakten geschaffen wurde, ist an Brutalität im bayerischen Alpenraum bisher singulär", kritisiert Hubert Weiger, Chef des Bundes Naturschutz (BN) in Bayern.

Es müsse überlegt werden, ob das, was möglich ist, auch sinnvoll ist, kritisiert auch Thomas Bucher vom DAV. "Will jeder dann 40 Euro für die Tageskarte zahlen?" Und wen werde es reizen, auf weißen Bändern im Grünen ins Tal zu fahren? "Einen echten Winter kann man auch mit Schneekanonen nicht herbeizaubern."

dpa

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