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Inselhüpfen in Queensland - Flugshows über und unter Wasser

Tourismus Inselhüpfen in Queensland - Flugshows über und unter Wasser

George ziert sich. Nur wenn man dicht an die Scheibe herantritt, sieht man den Riesenzackenbarsch. Er ist drei Meter lang und wiegt 400 Kilogramm. So erklärt es das Schild über der Öffnung im Sonnendeck, durch die man George tagsüber sehen kann.

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Anreisen kann man von Deutschland aus per Flugzeug nach Brisbane. Von dort geht es per Flieger, Bus oder Bahn weiter nach Hervey Bay - und schließlich mit der Fähre nach Fraser Island.

Quelle: dpa/tmn

Hervey Bay. Auf dem Oberdeck werden Swags ausgerollt, wasserdichte Schlafsäcke mit Vordach über dem Kopf. Einschlafen mit Sternenblick auf dem Great Barrier Reef: das exklusivste Erlebnis auf den Inseln

Queenslands.

 

Die Reise beginnt einige Tage vorher einige Hunderte Kilometer weiter südlich in Hervey Bay. Hier starten im australischen Sommer die Bootstouren zum Wale-Schauen, und hier legen auch die Fähren nach

Fraser Island ab. Es gibt wohl kaum einen Touristen, der auf seiner Tour entlang der Ostküste Australiens dieses Naturwunder auslässt: die größte Sandinsel der Welt, 124 Kilometer lang, bedeckt von Regenwald, gesprenkelt mit Wanderdünen und glasklaren Seen.

 

Fraser Island sitzt auf einer Wasserblase, deshalb ist es die einzige Sandinsel, auf der Regenwald wächst. Die Insel ist so fotogen, dass man automatisch zur Kamera greift, auch wenn die Motive schon millionenfach durchgeknipst sind: das Wrack der 1935 gestrandeten "Maheno", das halb im Sand vergraben ist. Der Lake McKenzie mit seinem unfassbaren Kontrast aus dem Weiß des Sandes und dem Türkis der See. Der Regenwald mit seinen Königsfarnen, Neuguinea-Araukarien und die Satinay-Bäume. Wer ein originelleres Motiv will, muss ins Flugzeug steigen für einen Rundflug über die Insel. Oder gleich nach

Lady Elliot Island fliegen.

 

Lady Elliot ist die südlichste Koralleninsel des Great Barrier Reef. Und die einzige mit ganzjähriger Manta-Garantie. Das sagt zumindest Fabrice Jaine. Der 29 Jahre alte Marinebiologe schreibt gerade seine Doktorarbeit über die Wanderungen der Riesenrochen. Vor Beginn des Forschungsprojekts ging man davon aus, dass weniger als 50 Mantas hier leben. "Aber es sind Hunderte, die das Great Barrier Reef auf und ab wandern und hier vorbeikommen", sagt Jaine. Suppenschildkröten und Unechte Karettschildkröten legen auf den Stränden der Insel ihre Eier. Sie machen Lady Elliot zu einem der wenigen Orte, die quasi eine Garantie auf Mantas und Schildkröten bieten.

Die Taucher schwimmen weiter entlang der Korallenstöcke, die aussehen wie karstige Inseln auf dem weißen Sandboden. Schwärme von bunten Fischen strömen zwischen ihnen hindurch, zwei harmlose Riffhaie ziehen vorbei. Und dann beginnt die Hauptrunde der Flugshow unter Wasser. Ein Manta kommt über einen Korallenstock geflogen, die Taucher knien sich in den Sand. Zehn Minuten dreht er seelenruhig seine Runden über ihren Köpfen, dann verschwindet er im Blau.

Die Flugshow an Land ist fast ebenso beeindruckend. Abertausende Seevögel landen auf Lady Elliot Island, um hier zu brüten. Wenn ein Flugzeug landet, stieben Wolken von Noddis auseinander. Fregattvögel segeln durch die Luft, Seeschwalben flattern kreischend umher. Der Geruch von Vogelkot hängt schwer in der Luft. Und neben dem Bett liegen Ohrenstöpsel. Denn um drei Uhr nachts beginnt das Balzgeheul der Keilschwanz-Sturmtaucher. Die asiatischen Arbeiter, die hier im 19. Jahrhundert Guano abbauten, hielten den Lärm für das Wehklagen böser Geister. Sie weigerten sich, nachts ihre Zelte zu verlassen.

Von oben sieht Lady Elliot ein bisschen aus wie ein Spiegelei - mit einem grünen Dotter, zugegeben. Das Hardy Reef dagegen, in dem der Ponton von

Reef World verankert ist, erinnert aus der Luft an ein Aborigine-Gemälde. Die gepunkteten Linien sind Korallen auf türkisem Grund, und in der Mitte des Bildes leuchtet ein Herz: das berühmte Heart Reef.

 

Das Wasserflugzeug landet neben der Plattform. Bis zu 300 Besucher pro Tag bringen der Ausflugs-Katamaran von den Whitsunday Islands und Hubschrauber hierher. Schnorchler probieren Taucherbrille, Flossen und Stinger Suits gegen Quallenstiche an. Schnuppertaucher bekommen in ein paar Minuten einen Crashkurs eingetrichtert und wanken die Stufen zum Einstiegskäfig hinab. Weniger Wagemutige drücken sich um die Öffnung im Deck, um George zu sehen. Doch der lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Er ist die lärmenden Horden gewohnt.

Am Spätnachmittag legt das Ausflugsschiff ab und bringt die Tagesgäste zurück nach Hamilton Island. Nur ein Dutzend Besucher bleibt. Die Sonne versinkt zu Lounge-Gedudel im Meer, während sich ringsum ein Massaker abspielt. Hunderte Seevögel stürzen sich wie Kamikaze-Bomber ins Wasser, das vor Fischen zu brodeln scheint. Am Grill wendet Chemene Warden die Steaks und Würstchen, australisches Barbecue-Dinner. Und dann bittet sie hinab in die Aussichtskammer, zur nächtlichen Fischparade am Korallenriff. Ob sich George dann regen wird?

dpa

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