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Die Deutschen zieht es in die Ferne - Sri Lanka im Aufwind

Tourismus Die Deutschen zieht es in die Ferne - Sri Lanka im Aufwind

Mehr als 5,5 Millionen Deutsche reisen jährlich in Länder außerhalb Europas und des Mittelmeers. Davon profitiert auch Sri Lanka, ein Land, das bis vor kurzem kaum auf der touristischen Landkarte vorkam.

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Mehr als nur ein Zwischenstopp: Deutsche Urlauber verweilen inzwischen wieder länger in Sri Lanka.

Quelle: M.A.Pushpa Kumara

Colombo. Der Grenzbeamte lehnt den angebotenen Ausdruck des elektronischen Visums ab und klebt einen kleinen Aufkleber in den Reisepass. Alle Daten des zuvor online beantragten und innerhalb von Minuten bewilligten Visums sind im Computer gespeichert.

In der Eingangshalle hinter der Gepäckausgabe bieten mehrere Anbieter SIM-Karten für Handys an. Sie kosten ein paar Euro und funktionieren innerhalb weniger Minuten. Die Einreise nach Sri Lanka verläuft für südasiatische Verhältnisse geradezu reibungslos. Das erfahren auch immer mehr Deutsche. In fast keinem anderen Land stieg die Zahl der deutschen Touristen in den vergangenen fünf Jahren so rasant wie in dem Inselstaat südöstlich von Indien.

"Die Deutschen sind sehr reiseerfahren und suchen sich auch gerne Ziele aus, die sie noch nicht bereist haben", sagt Torsten Schäfer, Sprecher des Deutschen Reiseverbands. "

Sri Lanka war eine Weile auf der touristischen Landkarte nicht so angesagt. Das hat sich vor allem in den vergangenen fünf Jahren deutlich geändert."

Die Statistik spricht für sich: Seit 2010 ist die Zahl der deutschen Ankömmlinge in Sri Lanka fast jedes Jahr um rund 20 Prozent oder mehr gestiegen - von 46 000 auf mehr als 125 000. "Der Trend zur Fernreise bei den Deutschen hält an", sagt Schäfer. "Gerade

Reiseziele, die man gut kombinieren kann, sind beliebt. Zum Beispiel erst einen Stopp in Dubai und dann weiter auf die Malediven - oder eben nach Sri Lanka."

Den Trend zu mehreren Reisezielen bestätigt auch Majintha Perera, der in Sri Lanka ein Reisebüro betreibt. "Früher sind viele deutsche Touristen, die bei uns ankamen, relativ schnell auf die Malediven weiter gereist", sagt er. "In den letzten Jahren sieht es jedoch danach aus, als könnten wir mehr und mehr dazu bewegen, auch länger zu bleiben."

Der Grund, warum Sri Lanka lange von vielen Touristen gemieden wurde, war ein 26 Jahre andauernder Bürgerkrieg, der erst 2009 endete. Rund drei Viertel der Bewohner der Insel sind buddhistische Singhalesen, etwa 18 Prozent meist hinduistische Tamilen. Die Minderheit, die teilweise während der britischen Kolonialherrschaft von Indien übergesiedelt war, fühlte sich unterdrückt und von Regierung, Polizei und Militär ausgeschlossen. Es kam zum ethnischen Konflikt.

Besonders hart war der Norden und Nordosten Sri Lankas vom Krieg betroffen. Auch heute noch gibt es dort Militärcamps, die Hoteldichte ist deutlich geringer als im Südwesten rund um die Hauptstadt Colombo. Doch das Angebot wächst: Rund 30 000 Zimmer in Hotels und sonstigen Touristenunterkünfte gibt es inzwischen im ganzen Land. Die Deutschen gehören nach Angaben des Tourismusministeriums zu den besten Kunden. Insgesamt 1,8 Millionen Übernachtungen von Besuchern mit deutschen Pässen habe es 2015 gegeben, heißt es. Mehr Reisende gab es nur aus Großbritannien.

Der wichtigste internationale Flughafen von Sri Lanka heißt Bandaranaike und liegt nördlich von Colombo. In der Hochsaison landen dort täglich bis zu 200 Flugzeuge. Im kommenden Jahr könnte es dort etwas eng werden: Ab Januar 2017 wird Bandaranaike für drei Monate täglich acht Stunden geschlossen bleiben. Bis Anfang April dürfen dort zwischen 8.30 Uhr und 16.30 Uhr keine Flugzeuge landen. Der 58 Jahre alte Flughafen wird gewartet, unter anderem soll seine einzige Start- und Landebahn einen neuen Belag bekommen.

Zwar hat Sri Lanka neben Bandaranaike noch einen zweiten internationalen Flughafen in Mattala, rund 250 Kilometer südöstlich der Hauptstadt. Der liegt jedoch so weit außerhalb der Zentren des Landes, dass dort täglich nur zwei Flugzeuge landen. Bandaranaike wird deshalb einen Sonderflugplan bekommen - und die Grenzbeamten dürften wohl ein paar Nachtschichten mehr schieben müssen.

dpa

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