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Bundesbürger in Urlaubslaune trotz Krisen und Anschlägen

Tourismus Bundesbürger in Urlaubslaune trotz Krisen und Anschlägen

Kanaren statt Tunesien: Urlauber weichen bei Krisen häufig auf andere Ziele aus - aber nicht immer. Welche Folgen die Anschläge in Bangkok haben, lässt sich derzeit nur schwer absehen.

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Viele Reiseländer sind in dieser Saison von Krisen und Anschlägen betroffen. Die Urlaubslaune der Deutschen wird dadurch aber kaum getrübt.

Quelle: Julian Stratenschulte

Frankfurt/Main. Anschläge in Bangkok, Tunesien und der Türkei, Griechenland-Krise und Flüchtlingsansturm auf die Ferieninsel Kos: Das Reisejahr 2015 ist für die Tourismusindustrie alles andere als einfach. Die Halbzeitbilanz des Branchenverbandes DRV für die Sommersaison fällt dennoch positiv aus.

Die Buchungen bei Veranstaltern und Reisebüros liegen über dem Vorjahreszeitraum, der Umsatz ist gestiegen. "In der Regel buchen Urlauber bei Krisen auf andere Ziele um. Sie wollen reisen und nicht auf den Urlaub verzichten", sagt eine Tui-Sprecherin. Die Veranstalter müssen im Zweifelsfall kurzfristig Kapazitäten in anderen Urlaubsgebieten hinzukaufen.

So buchten nach dem Terroranschlag in Tunesien auf ein Strandhotel nahe Sousse, bei dem 38 Urlauber getötet wurden, viele Sonnenhungrige um. Sie wichen nach Angaben des DRV vor allem auf Griechenland und die Kanaren aus. "Die Rückgänge bei den Buchungszahlen für Tunesien dagegen sind dramatisch", sagt der Sprecher des Deutschen Reiseverbands (DRV), Torsten Schäfer.

Wie sich der Bombenanschlag mit 20 Toten mitten in einem Einkaufsviertel in Bangkok auswirken wird, lässt sich nach Aussagen von Reiseveranstaltern noch nicht absehen. Thailand ist vor allem ein beliebtes Winterreiseziel und die Buchungen sind gerade erst angelaufen.

Die Debatten um ein Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro-Raum (Grexit) und die Volksabstimmung zu den Sparauflagen dämpften die Reiselaune der Bundesbürger dagegen nur kurzzeitig. Insgesamt lägen die Hellas-Buchungszahlen für die Sommersaison über dem Rekord von 2014, heißt es bei Tui und Thomas Cook. Zwar berichten Veranstalter über Nachfragen von Urlaubern wegen des aktuellen Flüchtlingsansturms auf Inseln wie Kos. Aber: "Es gibt keine Buchungsrückgänge", sagte Frantzis Argyropoulos, Chef der griechischen Verano Hotels mit Sitz auf Kos, der Branchenzeitschrift "fvw".

Auch auf Sonnentage in der Türkei wollen die meisten Bundesbürger nicht verzichten. Derzeit eskaliert der Konflikt mit der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK vor allem im Südosten des Landes und auch Istanbul blieb nicht von Gewalt verschont. Die klassischen Badeorte liegen allerdings an der Türkische Ägäis und Riviera. "Die Türkei hat viele treue Stammkunden und ist ein sehr beliebtes Ziel", sagt die Tui-Sprecherin. Thomas Cook berichtet von einem sehr guten Buchungsvolumen in den vergangenen Wochen, auch wenn es kurzfristig eine Delle gab.

Allerdings haben einige Reiseveranstalter ihr Programm geändert - vor allem Anbieter von Studienreisen. Sie sagten Reisen ans Schwarze Meer und nach Ostanatolien (Dr. Tigges) und Osttürkei-Rundreisen (Studiosus) wegen der Sicherheitslage ab.

Auch wenn die Buchungszahlen insgesamt für das wichtige Sommergeschäft nach oben zeigen, die Krisen machen sich dennoch bemerkbar. So schlugen die Kosten für Stornierungen und Rückholung von Gästen aus Tunesien beispielsweise beim Branchenprimus Tui im dritten Geschäftsquartal mit rund 10 Millionen Euro zu Buche. Im Gesamtjahr dürften die Kosten den operativen Gewinn Tui zufolge mit 35 Millionen Euro belasten. Dennoch legte der Konzern jüngst die Latte für den Gewinn in diesem Geschäftsjahr höher.

dpa

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