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Strick hat Hochsaison: Lieblingsteile selber machen

Mode Strick hat Hochsaison: Lieblingsteile selber machen

Die Strickteile der Saison sind weiter, länger und wolliger als ihre Vorgänger. Klassische Strick-Accessoires wie Mütze und Schal haben es momentan schwer: Ponchos, Capes und Snoods laufen ihnen den Rang ab.

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Das Plaid liegt diesen Winter beim Stricken im Trend - besonders schön sieht es mit verschiedenen Farbblöcken aus.

Quelle: Initiative Handarbeit/Georg Roske

Düsseldorf. In der dunklen Jahreszeit hat Stricken wieder Hochsaison. Dank Strickcafés, Workshops und Online-Tutorials lassen sich die Kuschel-Lieblinge für den Winter leicht selbst herstellen.

Auch die Modeindustrie greift den Maschentrend auf: "Strick ist das Thema des Herbstes", sagt Christel Wickerath von der Fachzeitschrift "Textilwirtschaft". Und zwar von oben bis unten. Neben Jacken, Pullis und Überwürfen sind auch Strickröcke und -kleider zu sehen.

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Besonders angesagt sind derzeit Oversize-Silhouetten.

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Dabei dominiert vor allem ein Schnitt: Oversize. "Ein Trend sind zum Beispiel großformatige Pullover", weiß Wickerath. Die eignen sich unter anderem als Übergangsteile und lassen sich schnell drüber ziehen, wenn es draußen frisch wird. Sie werden teilweise mit großen Rollkragen kombiniert, die dekorativ nach unten fallen, berichtet Wickerath. Kleine, kastige Formen, wie sie bisher oft zu sehen waren, verlieren demgegenüber an Bedeutung. Das bestätigt auch Susan Wrschka, Vizepräsidentin beim Netzwerk deutscher Mode- und Textildesigner (VDMD). "Es geht sehr viel um Volumen".

Das bedeutet: viel Stoff zum Einkuscheln. Besonders gut geht das mit Ponchos oder Capes. Die großen Schultertücher findet man momentan oft gemustert, zum Beispiel in Ethno-Optik. "Es darf aber nie zu folkloristisch sein", sagt Wickerath. Deshalb herrschen Naturtöne und gedeckte Farben vor. Schreiend bunte Töne sieht man selten. Mit steigender Beliebtheit der großen, volumenreichen Überwurf-Formen geht der Bedarf an Mützen und Schals etwas zurück. "Die Produktgruppen werden aufgebrochen", erklärt Wrschka. Weiterhin zu sehen sind Snoods, die Schal und Kopfbedeckung kombinieren.

Um trotz zurückhaltender Farben Pep in die Mode zu bekommen, wird auf Kontraste gesetzt, zum Beispiel mit Schwarz-Weiß-Gegensätzen. Die gibt es etwa bei Jacquardmustern, die der Norweger-Optik ähneln, aber anders gestrickt werden. Weitere Deko-Elemente sind Garne mit Auswascheffekten und Matt/Glanz-Kombinationen. Bommeln, Perlen und Pailletten sieht man ebenfalls noch. "Die sind aber langsam over the top", findet Stoff-Expertin Wickerath.

Stattdessen kommen Fransen verstärkt zum Tragen, vor allem bei Jacken oder Überwürfen. Außerdem gibt es neue Formen mit Plaid-Themen, die an die großformatigen schottischen Wolldecken angelehnt sind. Dazu kommen die klassischen Zopf- und Aranmuster, bei denen verkreuzte Maschen, Rauten und Noppen dem Stoff Struktur geben. Besonders flauschig sind Teile mit gebürsteter Wolle. Die Maschenstrukturen verschwimmen dann.

Der Trend zur Natürlichkeit setzt sich in den Materialien fort. "Nachhaltigkeit spielt beim Stricken eine immer wichtigere Rolle", sagt Angela Probst-Bajak von der Initiative Handarbeit. Als Alternative zum gängigen Wollangebot gibt es daher Garne aus veganen Naturfasern, Algen oder Zellulose. Statt weichem, aber teurem Kaschmir oder Mohair kommen etwas derbere, kernigere Materialien wie Shetland-Wolle zum Einsatz.

Was die Stoffstruktur angeht, wird die Strickmode vielfältiger. Statt Glattstrick werden etwa Struktur-Mixe oder gebondete Materialien verwendet. Beim Bonding werden zwei oder mehrere Textilien miteinander verklebt. Auch zweifarbiges Doubleface-Design ist möglich. Die Teile lassen sich dann wenden und von beiden Seiten tragen. Grobstrick und große Maschen bleiben im Trend, erklärt Probst-Bajak. Die so entstehende Netzoptik eignet sich zum Beispiel gut als Blickfang über schlichten Kleidern oder Shirts.

Neben Ponchos und Oversize-Pullis hält Strick auch in der Jackenmode Einzug. "Entweder sind die Modelle kurz und kastig oder ganz lang", erklärt VDMD-Expertin Wrschka. Ähnliches gilt für Strickröcke: Die gibt es sowohl in lang und kuschelig als auch in kurz und weit. Sogar ganze Kleider findet man in Strickoptik. Neben weiten Modellen, die die Grenzen zwischen Oversize-Pulli und Kleid verschwimmen lassen, gibt es auch Stücke aus formendem Material. Die sogenannten Column-Dresses passen sich den Körperformen an und wirken damit weiblicher.

Wen jetzt die Stricklaune packt, kann beim Maschen legen auch neue Wege erkunden. Neben Fingerstricken findet man im Netz etwa Anleitungen zum Armstricken. Das dafür verwendete, sehr dicke Garn wird statt auf Nadeln auf den Unterarmen aufgereiht. Dementsprechend groß sind die Maschen. Auf diese Weise lässt sich zum Beispiel ganz ohne Hilfsmittel ein Loopschal fertigen.

dpa

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