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Paris: Demo bei Chanel, nackte Haut bei Saint Laurent

Mode Paris: Demo bei Chanel, nackte Haut bei Saint Laurent

Karl Lagerfeld schickte die Models in Paris auf die Straße - auf den "Boulevard Chanel". Bei anderen Designern fliegt die Sommermode bei den Prêt-à-Porter-Schauen in die Luft.

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Wolfgang Joop zeigte in seiner «Wunderkind»-Kollektion verspielte Designs, die einem verzauberten Garten im Märchen hätten entspringen können.

Quelle: Ian Langsdon

Paris. Ein Sommer in der Schwebe - so sehen die Designer bei den

Pariser Prêt-à-Porter-Schauen (23. September bis 1. Oktober) die kommende Saison. Selten waren ihre Kollektionen so leicht und licht wie diesmal. Die Pariser haben damit den bei den Mailänder Präsentationen stark auf Mädchenhaftigkeit gesetzten Akzent verschoben. Das Schwebende heißt hier vor allem Beweglichkeit: Hauchdünne Sport-Blousons und Regenmäntel, Radlerhemden und luftige Sommerkleider mit Schlitzen oder Volants liegen im Trend.

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«Sex sells» - Hedi Slimane schickte die Models für Yves Saint Laurent mit tiefen Dekolletés auf den Laufsteg.

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Weitere modische Renner sind Blütenmuster in allen Varianten, organisch wirkender Strukturstrick, Shorts und dreiviertellange Hosenröcke. Letztere ziehen das hochfliegende Element dieser Entwürfe für Frühjahr/Sommer 2015 etwas plump auf den Boden der Tatsachen zurück.

"Sex sells" schien sich Hedi Slimane bei Saint Laurent gedacht zu haben. Der Kultstar unter den Pariser Designern ersetzte den Transparentlook Yves Saint Laurents durch nackte Haut - als rasanter Rückausschnitt oder rundes, den Busen fast freilegendes Dekolleté. Slimanes Ideal ist und bleibt das "Rock Chick" - ein selbst- und körperbewusstes Glamour-Mädchen, das Jeansshorts zur perfekt geschnittenen Blazerjacke kombiniert, das Army-Jacke mit glitzernden Pailletten auf den Taschen über einem superkurzen Blütenkleidchen trägt und immer cool aussieht. Hohe Plateausandalen, schwarze Seidenstrümpfe, Herrenhüte und als Seidenschal getragene Krawatten gaben dem Look den letzten Kick.

Das Leichte und das Lichte brachte die schön gearbeitet Kollektion von Akris-Designer Albert Kriemler auf den Punkt. Er knüpfte an den Suprematismus des Künstlers Kasimir Malewitsch (1879-1935) an, der die "Kunst vom Gewicht der Dinge befreien" wollte und in einfachen geometrischen Formen die höchste Erkenntnis suchte. Kriemler brachte dessen quadratische Motive dreidimensional zum Schwingen, prägte sie in Leder und ließ sie als Stofflage auf Baumwollvoile, Seide oder Leinen nähen. Die Entwürfe in hellen Kalktönen oder Weiß erinnerten mit ihren A-förmigen Röcken und schmalen Oberteilen an Tenniskleider - in einer hocheleganten Luxusvariante.

Die Drucke des Patchwork-Looks in Wolfgang Joops "Wunderkind"-Kollektion - auf zipfeligen Volantröcken, Pyjamamänteln und weiten Hosen - schienen einem verzauberten Garten zu entstammen. Zwischen den Rosen blitzte auf einigen Entwürfen, einem frech schauenden Faun gleich, ein Gesicht hervor.

Strick, Bermudas, Blumen: All das gab es auch bei Chanel, und immens viel Anderes. Karl Lagerfeld lieferte eine eindrucksvolle Probe seines Könnens: Mit Blüten bestickte Kleider mit A-förmigen Röcken, Streifenshorts im Marinelook zu dahin gehauchten weißen Folklore-Blusen, dunkelblau-pinkfarben karierte Tweedanzüge mit weiten Hosen, softe lange Kleider mit geometrischen Mustern, kunstvolle Blütendrucke in Lila oder Orange und zu alledem verrückte Brillen mit schwarzen Perlenrändern und einer Art "Schuh-Hybrid" aus Slingpumps und Herrenloafern in Gold.

Die Kulisse war als Pariser Straße mit Stadtpalästen und dem Schild "Boulevard Chanel" gestaltet. Und wie es zu einer richtigen Straße gehört, kamen die Models, angeführt von Top-Mannequin Gisele Bündchen

 

mit Megafon, zum spektakulären Abschluss der Schau als Demonstrantinnen heraus. Sogar ein Männermodel war dabei mit einem "HeForShe"-Zeichen - eine Anspielung auf die für Geschlechtergleichheit eintretende Ansprache der Schauspielerin Emma Watson vor den Vereinten Nationen. Andere Transparente mit Inschriften wie "Be Your Own Stylist" oder "Oser sans poser" ("etwas wagen, ohne zu posieren") machten die Botschaft glasklar: Hier drehte sich alles um Vielfalt, nicht nur modisch. Wie schön!

dpa

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