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Neue Kennzeichnung: Einkaufen mit Allergien und Co.

Ernährung Neue Kennzeichnung: Einkaufen mit Allergien und Co.

Ein Einkauf kann so schon stressig sein. Mit Allergien macht es noch weniger Spaß, die richtigen Lebensmittel auszuwählen. Eine neue EU-Verordnung soll es Allergikern leichter machen - aber sie deckt nicht jede Unverträglichkeit ab.

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Glutenfreie Lebensmittel sind häufig schon als solche ausgewiesen. Künftig müssen die meisten Allergene auf der Lebensmittel-Verpackung hervorgehoben werden.

Quelle: Peter Endig

Hamburg. Allergiker müssen beim Einkauf die Zutatenliste genau studieren. So geht es auch Menschen mit Unverträglichkeiten gegenüber bestimmten Inhaltstoffen von Lebensmitteln. Die meisten Allergene werden aber künftig auf der Verpackung hervorgehoben - "durch Fettdruck oder Farbe", erklärt Armin Valet, Ernährungsexperte von der Verbraucherzentrale Hamburg. Hintergrund ist eine

neue EU-Lebensmittel-Informationsverordnung ab dem 13. Dezember. Die 14 häufigsten allergen wirkenden Stoffe, darunter etwa Soja, Gluten und Nüsse, können Käufer auf den Verpackungen dann leichter erkennen.

 

Das gelte aber nicht für einige Stoffe, auf die Betroffene mit einer Unverträglichkeit reagieren, darunter etwa die Konservierungsstoffe Sorbinsäure oder Benzoesäure, gibt Valet Beispiele. "Die müssen nicht gekennzeichnet werden." Wer unter bestimmten Unverträglichkeiten leidet, darf die Zutatenliste also nicht nur mit Blick auf die hervorgehobenen Allergene überfliegen.

Bei loser Ware wie beim Bäcker oder im Restaurant darf der Kunde auch mündlich über die Inhaltsstoffe informiert werden - es können, müssen aber keine schriftlichen Informationen ausliegen, erklärt Valet.

Laut des Deutschen Allergie- und Asthmabunds seien mündliche Aussagen allerdings oft fehlerhaft. Wem sie nicht ausreichen und wer die Inhaltsliste in Schriftform sehen will, muss selbst aktiv werden und nachfragen, schildert der Verbraucherschützer. Auf Nachfrage müsse dann ein entsprechendes Dokument vorgelegt werden.

 

Valet warnt Allergiker außerdem vor Missverständnissen: So benötigt ein Weizenmehl nicht zwangläufig den Zusatz "enthält Gluten", da der Produktname selbst schon als ausreichend deutlicher Hinweis auf das Allergen gelte. Gleiches gilt, wenn beim Tofuburger auf der Speisekarte kein Vermerk steht mit "enthält Soja". Wer allergisch auf Soja reagiert, muss wissen, dass Tofu aus Soja hergestellt wird.

Ganz ohne zusätzlichen Aufwand kommen Allergiker und Menschen mit Unverträglichkeiten also auch künftig nicht aus, wenn sie einkaufen gehen - aber es wird für sie zumindest etwas übersichtlicher.

dpa

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