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Die Berliner Weiße ist jetzt kulturelles Erbe

Ernährung Die Berliner Weiße ist jetzt kulturelles Erbe

Wenn es um die Berliner Weiße geht, scheiden sich die Geister. Viele Biertrinker finden dieses Getränk einfach grässlich, andere heben es in die "Arche des Geschmacks".

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So trinkt man sie heute häufig: Der grüne oder rote Sirup kam erst Anfang des 20. Jahrhunderts zur Berliner Weißen - der Strohhalm erst in den 1970er Jahren.

Quelle: Britta Pedersen

Berlin. Für die einen ist es ein saures Gebräu, für die anderen prickelnde Erfrischung: Am Freitag (28. November) wurde das alkoholarme und kohlensäurehaltige Getränk als erstes Bier Deutschlands als schützenswertes, regionales kulturelles Erbe ausgezeichnet. Die private

Slow Food Stiftung für Biodiversität setzte das regionale Bier als erstes Bier überhaupt auf eine Liste mit Lebensmitteln, die ihrer Ansicht nach in Deutschland vom Aussterben bedroht sind.

 

Das traditionelle Berliner Sauerbier sei aus der Mode gekommen und deshalb vom Aussterben bedroht, teilte die Stiftung mit. Zwar gebe es industriell gebrautes Bier, das unter dem Namen verkauft werde. Die traditionelle Brauweise aus dem 17. Jahrhundert, bei der das Bier in der Flasche und nicht in Tanks gäre, sei aber fast verloren. Anders als viele andere Biere reife die Berliner Weiße nach und könne auch Jahre später noch getrunken werden. Der grüne oder rote Sirup (Weiße mit Schuss) sei erst Anfang des 20. Jahrhunderts zum Bier gekommen, der Strohhalm sogar erst in den 1970er Jahren.

Anfang des vergangenen Jahrhunderts wurden in Berlin mehr als 50 Weißbierbrauereien gezählt, 1940 waren es nach Angaben der Stiftung noch ganze zehn. Unterdessen gebe es in der Berliner Craftbierszene wieder einige Brauereien, die auch wieder Berliner Weiße nach altbekannter Brauart im Angebot hätten.

Getrunken wird das Bier heute oft gleich aus der Flasche. Das war früher undenkbar. Stattdessen gab es dekorative schalenartige Gläser speziell für das Sauerbier - mit und ohne Schuss. Wobei Alt-Berliner unter "Schuss" auch gerne mal ein Schnäpschen verstehen. Fast vergessen sind hingegen die ursprünglichen Weiße-Gläser, die bis zu zwei Liter fassen konnten.

In der sogenannten "Arche des Geschmacks" sind nun 51 deutsche Lebensmittel, Nutztierarten und Kulturpflanzen verzeichnet. Die weltweite Liste umfasst mehr als 2000 Produkte. Darunter sind die Teltower Rübchen aus Brandenburg und der Lausitzer Nelkenapfel, aber auch Münchner Brotzeitsemmeln, Rhönschafe und Kesselheimer Zuckererbsen. Die Berliner Weiße ist das erste Produkt aus Berlin.

dpa

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