Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Betrunkener Fußgänger muss mit voller Unfallschuld rechnen

Verkehr Betrunkener Fußgänger muss mit voller Unfallschuld rechnen

Hat sich ein Autofahrer nachweislich an alle Verkehrsregeln gehalten, kann die sogenannte Betriebsgefahr eines Autos komplett entfallen, wenn beim Fußgänger Alkohol im Spiel ist.

Voriger Artikel
Schaden möglichst schnell nach Unfall dokumentieren
Nächster Artikel
Auto muss nicht immer langsam an Zebrastreifen heranfahren

Betrunke Fußgänger sind im Falle eines Unfalls mit einem Autofahrer nicht unbedingt schuldfrei.

Quelle: Patrick Seeger

Naumburg. Das erklärt die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) unter Verweis auf ein Urteil des Oberlandesgerichts Naumburg (Az.: 1 U 81/13). Für gewöhnlich haftet wegen der Betriebsgefahr ein Autofahrer ganz oder überwiegend, da ein Fahrzeug von Natur aus gefährlicher ist als ein Fußgänger.

In dem verhandelten Fall war ein Mann im Bereich eines Volksfestes von einem Auto erfasst und verletzt worden. Als es zu dem Unfall kam, hatte er 2,8 Promille im Blut und sein Handy am Ohr. Das Gericht sah die Haftung zu 75 Prozent bei dem Fußgänger und zu 25 Prozent beim Autofahrer. Letzterer bekam die Teilschuld nur zugesprochen, weil nicht eindeutig nachweisbar war, dass er sich an das Tempolimit von 40 km/h gehalten hatte. Sonst hätte der Fußgänger laut den Verkehrsrechtsanwälten wohl ganz allein für den Unfall haften müssen.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Rechtstipp