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Sommerreifen: Faustregel "O bis O" nur grobe Orientierung

Verkehr Sommerreifen: Faustregel "O bis O" nur grobe Orientierung

Die Faustregel "Von O bis O" für den Reifenwechsel ist mit Vorsicht zu genießen. Zu Ostern sollen die Sommerreifen wieder rauf, im Oktober dann runter, meint das.

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Ostern ist der klassische Zeitpunkt für den Reifenwechsel - je nach Wetterlage warten Autofahrer aber ruhig noch ein bisschen länger.

Quelle: Kai Remmers

Landsberg. "Aber das ist nur der ganz grobe Daumen", warnt Helmut Klein vom ADAC-Technikzentrum in Landsberg. Wenn Ostern früh liegt, dürfen die Winterreifen noch bleiben. Das gilt auch, wenn das Osterwetter wie in diesem Jahr nicht nach Frühling aussieht. Schließlich soll es rund um Ostern vielerorts recht kalt werden. Gesetzlich vorgeschrieben ist der Zeitraum ohnehin nicht.

Das macht es allerdings nicht unbedingt einfacher: In Deutschland gilt eine sogenannte situative Winterreifenpflicht. Ob schon mit Sommerreifen gefahren werden darf, hängt von der Situation ab, vor allem also von der Wetterlage. "Und es heißt es nun mal 'Der April, der weiß nicht, was er will'", sagt Helmut Klein. "Da kann es schon noch mal Frost und Schnee geben."

Klein empfiehlt, sich bei der Entscheidung über den Reifenwechsel an den aktuellen Nachttemperaturen und den Wettervorhersagen zu orientieren: "Gibt es da schon deutliche Plusgrade, also fünf bis zehn Grad? Oder reicht es noch an den Gefrierpunkt ran?" Im Zweifel sei es dann besser, weiter auf die Winterreifen zu setzen. "Sonst startet man morgens mit Frost."

Die Faustregel gilt natürlich auch nicht in allen Teilen Deutschlands gleichermaßen: "Es macht schon einen Unterschied, wenn ich in höheren Lagen unterwegs bin", sagt Klein. "Oder wenn ich zum Beispiel im Urlaub dann in die Berge fahre. Da kann's im April immer noch mal schneien." Wer bei Glatteis mit Sommerreifen in einen Unfall verwickelt wird, kann jedenfalls schnell Ärger bekommen.

"Dann droht eine Geldbuße", sagt Klein. Und unter Umständen noch viel schlimmer: Im Streitfall kann dem betreffenden Autofahrer eine Mithaftung zugesprochen werden. Die Schadensregulierung wird für ihn dann unter Umständen richtig teuer. Im Zweifel spricht deshalb einiges dafür, die Winterreifen lieber noch etwas länger zu fahren. Nachteile hat das kaum: Bei höheren Temperaturen haben Winterreifen auf trockener Fahrbahn zwar einen längeren Bremsweg. "Aber im Normalfall macht sich das nicht bemerkbar", sagt Klein. "Das hat allenfalls in kritischen Situationen wie bei Notbremsungen Nachteile."

Den Winterreifen den Sommer durch weiterzufahren, ist aus den genannten Gründen unvernünftig. "Aber bis Anfang Mai ist das völlig problemlos", erklärt der Experte. Allerdings tut es auch dem Winterreifen nicht gut, ihn zu lange zu fahren: Die Gummimischung ist etwas weicher als bei Sommerreifen. Und der Abrieb ist höher - Winterreifen verschleißen also unnötig, wenn man sie sehr lange im Jahr noch fährt.

Wer nun doch der alten Faustregel entsprechend in der Werkstatt schon die Sommerreifen hat aufziehen lassen, muss aufpassen: An Tagen mit Schnee und Eis sollte er den Wagen dann lieber stehen lassen, um kein Risiko einzugehen. Das ist für manchen leichter gesagt als getan: Autofahrer, die zum Beispiel täglich mit dem Wagen zur Arbeit unterwegs sind, sollten generell lieber auf der sicheren Seite sein, empfiehlt Klein. In solchen Fällen, in denen man auf das Auto schlecht verzichten kann, ist es besser, mit dem Reifenwechsel etwas länger zu warten. Dann ist in den Werkstätten oft auch deutlich weniger Betrieb.

dpa

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