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Selbstfahrender Audi legt knapp 900 Kilometer zur CES zurück

Auto Selbstfahrender Audi legt knapp 900 Kilometer zur CES zurück

Wie könnte man besser beweisen, dass selbstfahrende Autos Zukunft haben? Ein deutscher Wagen fährt Hunderte Kilometer zur Technik-Messe CES. Aber auch die Elektronik-Branche sieht sich auf ihrer wichtigsten Branchenshow auf dem richtigen Weg.

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Der große Unterschied ist aber: Hier können die Hände des Fahrers ruhen.

Quelle: Jim Fets/Audi AG

Las Vegas. Der deutsche Autobauer Audi setzt bei der Technik-Messe

CES (6. bis 9. Januar) in Las Vegas einen Meilenstein für selbstfahrende Autos. Ein mit zahlreichen Sensoren aufgerüstetes Fahrzeug mit dem Spitznamen "Jack" fährt in zwei Tagen die knapp 900 Kilometer lange Strecke vom Entwicklungslabor im kalifornischen Silicon Valley zur Messestadt Las Vegas. Während sich die Autobauer ins Rampenlicht der Messe drängen, setzt die Elektronik-Branche auf die Vernetzung aller möglichen Geräte und Alltagsgegenstände sowie einen Boom bei Fernsehern mit besonders scharfem Bild.

 

Bis Sonntagabend (Ortszeit, 4. Januar) legte der Audi mit US-Journalisten an Bord rund die Hälfte des Weges zurück und kam bis zur kalifornischen Stadt Bakersfield, wie der Leiter von Audis Elektronik-Entwicklung, Ricky Hudi, in Las Vegas sagte. Dabei sieht das Fahrzeug äußerlich aus wie alle anderen Autos des Modells A7, während zum Beispiel die Roboter-Mobile von Google mit Radar-Wölbungen auf dem Dach fahren.

Die Volkswagen-Tochter hatte bereits auf der vergangenen CES Anfang 2014 ein automatisiertes Audi-Fahrzeug durch Las Vegas fahren lassen und ließ vor wenigen Monaten einen autonomen Sportwagen mit 240 Kilometern pro Stunde über eine Rennstrecke flitzen. Auch andere Hersteller wie Daimler oder Nissan arbeiten an Roboterwagen, die nach Branchenschätzungen bis 2020 regulär auf die Straße kommen könnten.

Der Grafik-Spezialist Nvidia bot zum Auftakt der Messe einen Blick hinter die Kulissen des autonomen Autos. Die US-Firma, die unter anderem eng mit Audi zusammenarbeitet, zeigte einen Computer, der besonders schnell und präzise Objekte in seiner Umgebung erkennen soll. Das System "Nvidia Drive" unterscheide zum Beispiel zwischen Fußgängern und Radfahrern und könne auch einzelne Automodelle auseinanderhalten, sagte Nvidia-Chef Jen-Hsun Huang. Der Autocomputer ist dafür mit reichlich Rechenleistung ausgestattet und kann gleichzeitig Bilder von bis zu zwölf Kameras verarbeiten. "Das Auto der Zukunft wird von Software bestimmt", betonte der Nvidia-Chef.

Die klassischen Elektronik-Anbieter können ebenfalls auf bessere Geschäfte hoffen: Das Geschäft mit Fernsehern kommt nach jahrelanger Durststrecke wieder in Gang. Für dieses Jahr erwarteten Marktforscher ein weltweites Absatz-Wachstum von zwei Prozent auf 251 Millionen Geräte, hieß es zum Auftakt der Technik-Messe CES in Las Vegas. Dabei steige der Anteil von Geräten mit der besonders hohen Ultra-HD-Bildqualität explosiv an, prognostizierte der Chefanalyst des Messeveranstalters CEA, Steve Koenig. In diesem Jahr dürften die Verkäufe der sogenannten 4K-Fernseher auf 23,3 Millionen Geräte von 9,3 Millionen 2014 hochspringen. China sei der größte Markt: Dort sollen allein 13,3 Millionen solcher Geräte verkauft werden.

Zugleich blieben Smartphones der wichtigste Wachstumstreiber der Branche, betonte Koenig. In diesem Jahr werde ihr Absatz weiter um 19 Prozent auf 1,5 Milliarden Geräte steigen. Drei Viertel davon dürften in Schwellen- und Entwicklungsländern verkauft werden. Da dort günstigere Geräte gefragt seien, werde das Umsatzwachstum deutlich langsamer ausfallen. Die CEA und die Marktforschungsfirma GfK rechnen mit einem Zuwachs von neun Prozent auf 406,7 Milliarden Dollar.

Obwohl bei der CES Massen neuer Geräte wie Computeruhren oder Fitness-Tracker vorgestellt werden, machen sieben Produktkategorien 80 Prozent der Branchenumsätze aus, betonte Chefanalyst Koenig. Die wichtigsten sind dabei Smartphones und Tablets, die alleine einen Anteil von 46 Prozent einbringen.

Schon vor Messebeginn präsentierten diverse Unternehmen eine Vielzahl von Alltags-Artikeln, die mit Sensoren und Funkchips digitalisiert wurden. Experten rechnen mit Dutzenden Milliarden solcher vernetzter Gegenstände in den kommenden Jahren. Damit würde auch das seit langem vorhergesagte "Smart Home" - das intelligente Zuhause zur Realität werden. Die Google-Tochter Nest, die vernetzte Thermostate und Rauchmelder verkauft, baute ihre Position mit der Vorstellung von 15 neuen Partnern aus. Dazu gehören auch Hausgeräte von LG und Whirlpool.

dpa

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