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Freiwillige Fahrschule für Senioren

Verkehr Freiwillige Fahrschule für Senioren

Autofahren wird im Alter schwieriger. Praxisnahe Angebote, mit denen Senioren gegensteuern können, gibt es bislang aber nur wenige. Die Essener Verkehrswacht will Senioren jetzt in großem Stil trainieren.

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Im Alter geht die Sicherheit hinter dem Steuer verloren. Ein Essener Verein will jetzt Senioren freiwillig schulen, damit sie sich fit für den Straßenverkehr halten.

Quelle: Felix Kästle

Essen. Im Alter nochmal zur Fahrschule? Ein Essener Verein will Senioren das anbieten - freiwillig, flächendeckend und vertraulich. Ziel des Pilotprojekts "Ü60, aber sicher" sei es vor allem, ältere Autofahrer am Steuer sicherer zu machen.

Das erste Dutzend Kandidaten soll am Mittwoch geschult werden, wie die Verkehrswacht Essen mitteilte. Die älteren Fahrer absolvieren Kreisfahrten, Slaloms und Notbremsungen, sie bekommen Tipps zu seniorengerechten Autos und Assistenzsystemen, ihnen wird außerdem gezeigt, wie man Sitz und Lenkrad altersgerecht einstellt. Bis zum Dienstag meldete der Verein bereits rund 70 telefonische Anmeldungen. "Und es geht munter weiter", sagte Geschäftsführerin Elke Treptau.

"Wenn man solche Trainings ausschreibt, kommen schon viele", sagt Professor Georg Rudinger, emeritierter Psychologe aus Bonn. Vor allem kämen viele, wenn sie wie in Essen nicht befürchten müssten, ihren Führerschein zu verlieren. Als wissenschaftlicher Beirat der Landesverkehrswacht NRW beobachtet Rudinger den ersten Termin des Projektes. 

Die

Essener Verkehrswacht sichert den Senioren Vertraulichkeit zu und bietet bei Unsicherheiten am Steuer an, Fahrstunden und Theorieunterricht bei Fahrlehrern zu vermitteln. Dies seien Erfolgsfaktoren, meint Rudinger. Er kenne nicht viele derart realitätsnahe Fahrkurse für Senioren in Deutschland.

Ältere Menschen müssen beim Autofahren unter anderem ein eingeschränktes Sichtfeld und schlechteres Dämmerungssehen ausgleichen, erklärt Rudinger. Der Schulterblick sei nicht mehr so einfach, in komplexen Situationen wie an Kreuzungen seien Senioren schneller abgelenkt. Sieben bis zehn Prozent seien eine Risikogruppe, weil sie drei oder mehr Medikamente nähmen. "Das sind Einschränkungen, die durchaus kompensierbar sind, wenn der ältere Mensch darüber Bescheid weiß", sagte Rudinger.

Ältere Autofahrer hören auch schlechter, sagte der Vereinsvorsitzende Karl-Heinz Webels vor dem ersten Training. "Auch die Reaktion ist vielleicht nicht mehr die eines 20-Jährigen."

dpa

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