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Autos unter Beschuss - Steinschlagschäden beseitigen

Verkehr Autos unter Beschuss - Steinschlagschäden beseitigen

Steinschlag kommt vor allem im Winter häufig vor. Wenn er auf sie hereinprasselt, müssen Autofahrer nicht gleich in Panik verfallen. Einige Schäden können sie recht einfach selbst beheben.

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Größere Risse, Steinschläge im Sichtbereich des Fahrers oder nah am Rand sind K.-o.-Kriterien für die Windschutzscheibe - dann muss sie ausgetauscht werden.

Quelle: Jens Schierenbeck

Berlin. Wie ein Hagelsturm prasseln die Steinchen gegen das Auto. Sie kommen aus dem Nichts, wirbeln um den Wagen und können dabei Stoßstange, Motorhaube und Windschutzscheibe in Mitleidenschaft ziehen. Denn bei Glatteis werden die Straßen nicht nur mit Salz abgestreut, sondern auch mit Splitt. Das bringt mehr Grip auf rutschigem Untergrund und soll die Unfallgefahr verringern. Der Nachteil: Die kleinen Steine können das Fahrzeug zerkratzen. Und wenn sie in einem ungünstigen Winkel gegen die Windschutzscheibe fliegen, knallt es kurz - und das Glas ist kaputt.

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Spezialisten können kleinere Steinschläge in der Scheibe flicken - vorausgesetzt, die Macke ist weder im Fahrersichtfeld noch zu nah am Rand.

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Glasschäden sind ein Fall für die Kfz-Kaskoversicherung: Scheiben und andere Verglasung wie Außenspiegel oder auch Scheinwerfer und Rückleuchten - aber nicht die dazugehörigen Glühbirnen - fallen unter den Versicherungsschutz. Das gilt auch für Kunststoff- und Plexigläser, wenn sie wie eine Verglasung verarbeitet sind.

Im Jahr 2013 verzeichneten die Kfz-Versicherer laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) bei Pkw 2,3 Millionen Glasbruch-Schadensfälle. Der Schadensaufwand betrug 1,2 Milliarden Euro. Geht Glas kaputt, muss die Versicherung zahlen. Immer. "Die Teilkaskoversicherung übernimmt Schäden am eigenen Fahrzeug, die durch Glasbruch verursacht werden", erklärt Hasso Suliak vom GDV. Ein Grund für die Schäden muss nicht genannt werden: Glasbruchschäden werden unabhängig von ihrer Ursache und Entstehung ersetzt.

Autofahrer sind dem Dreck auf der Straße ausgeliefert. "Man kann das Fahrzeug praktisch nicht richtig vor Steinschlag schützen. Schutzüberzüge sind wenig praktikabel und für Scheiben gibt es überhaupt keinen zusätzlichen Schutz", sagt Carsten Graf, Technikexperte beim ADAC. Allerdings könne man das Risiko vermindern. Graf rät zu einem großen Abstand bei vorausfahrenden Fahrzeugen. Vor allem Steinchen im Reifenprofil eines Lkw können sonst wie Geschosse auf das eigene Fahrzeuge knallen. In der Regel muss der Vordermann für den Schaden am folgenden Fahrzeuge nicht aufkommen, es sei denn, er hat Ladung verloren.

Bei Steinschlag im Glas rät Graf, zügig zu handeln. Beschädigungen können die Sicht behindern und schnell größer werden, wodurch sich die Stabilität der Scheibe verringert. Eine beschädigte Scheibe muss nicht immer komplett getauscht werden. Kleinere Steinschläge in der Windschutzscheibe können Glas-Profis meist mit einem speziellen Harz ausbessern. So eine Reparatur kostet rund 100 Euro, die die Teilkaskoversicherung bezahlt. Befindet sich der Steinschlag direkt im Fahrersichtfeld oder im Randbereich, ist die Reparatur verboten.

Wird das Blech in Mitleidenschaft gezogen, müssen Autofahrer nicht in jedem Fall in die Werkstatt oder zum Lackierer fahren. "Solange der Lack nur angekratzt ist, muss man nicht unbedingt handeln. Besser ist es aber", sagt Markus Herrmann vom Bundesverband Fahrzeugaufbereitung. Wenn bei Lackschäden blankes Metall zu sehen ist, sollte neuer Lack drauf. "Sonst fängt das an zu rosten."

Mit ein wenig Geschick lassen sich viele Schäden selbst ausbessern. Herrmann rät im Winter zur regelmäßigen Autowäsche. Da werde nicht nur Dreck und Salz runtergespült, sondern Lackschäden lassen sich auch früh erkennen. Mit einem passenden Lackstift werden dann die jeweiligen Stellen ausgetupft, um Rost vorzubeugen. Die Lackstifte gibt es meist als Zwei-Komponenten-Lacke bei den Herstellern. "Wichtig ist, dass die Stifte auf rund 20 Grad aufgewärmt sind. Sonst ist der Lack zu dickflüssig und hält nicht auf dem Metall", sagt Herrmann. Ein paar Minuten in der Hosentasche bringen das Fläschchen auf Temperatur. Auch das Autoblech darf nicht zu kalt sein. Bei Minusgraden gelingen die Arbeiten nur in einer beheizten Garage oder Halle.

dpa

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