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Lengede/Vechelde/Wendeburg „Wir wollen alle Schulstandorte erhalten“
Kreis Peine Lengede/Vechelde/Wendeburg „Wir wollen alle Schulstandorte erhalten“
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08:28 22.05.2009
In die Räume der heutigen Hauptschule soll bereits im Sommer 2010 der erste Jahrgang der neuen Gesamtschule einziehen. Quelle: Archiv: Christian Bierwagen

Kreis Peine. Fast die Hälfte der Eltern im Süden und Osten des Landkreises haben sich für eine Gesamtschule in Lengede ausgesprochen. Das hat die Umfrage des Landkreises Peine ergeben, verkündete Landrat Franz Einhaus (SPD) gestern sichtlich gut gelaunt. Von den 2770 angeschriebenen Eltern hatten sich 1243 an der Umfrage beteiligt. Der Weg für eine Integrierte Gesamtschule in der Gemeinde Lengede ist frei – wenn die Landesschulbehörde ihre Genehmigung erteilt.

Antrag geht in 14 Tagen raus

Der Landkreis hätte für ein positives Votum 520 Stimmen gebraucht. Für die Gesamtschule votierten 620 Eltern. „Wir sind sehr zuversichtlich, dass die Genehmigung jetzt kommen wird“, sagte Einhaus im Gespräch mit der PAZ. Erster Kreisrat Henning Heiß ergänzte: „Wir haben die Vorgaben des Landes erfüllt. In den kommenden 14 Tagen geht der Antrag raus.“ Damit sagten beide aber auch deutlich, dass die Kuh noch nicht ganz vom Eis ist: Die Landesregierung kann den Fahrplan zur Einrichtung der Gesamtschule immer noch stoppen.
Einhaus betonte daher ganz deutlich den offenkundigen Elternwillen. Heiß ergänzte: „Es hat ein klares Votum für die integrative Schulform gegeben.“ Die Gesamtschule soll zunächst ohne Oberstufe beantragt werden. Der Landkreis als Schulträger wolle sich dann die Entwicklung der Schule anschauen. Ziel sei es aber, dass die künftigen Lengeder Gesamtschüler auch ihr Abitur an einer Gesamtschule machen können. Offen sei nur, ob das in Lengede geht.

Mit Blick auf die anderen Schulstandorte im Peiner Land sagte Einhaus: „Kein Standort – auch Lengede nicht – soll so ausgebaut werden, dass wir damit andere Schulstandorte gefährden.“ Beide sprachen sich für eine engere Verzahnung der bestehenden Haupt- und Realschulen an den einzelnen Schulstandorten aus. Das sei auch ein Weg, die Schulen zu sichern.

„Wir wollen eine enge Vernetzung der Schulen mit dem örtlichen Vereinsleben und der lokalen Wirtschaft“, sagte Einhaus und betonte, das ginge nur, wenn die Schulen auch nah bei den Kindern stehen, die sie besuchen. Heiß ergänzte: „Wenn das Land nicht die Fünfzügigkeit fordern würde, hätten wir morgen an allen Standorten im Landkreis integrative Schulformen.“

Thorsten Pifan

Hintergrund
Eltern-Umfrage
Auffallende Unterschiede gibt es bei dem Votum der Eltern für eine Integrierte Gesamtschule in Lengede: 48,4 Prozent aller Befragten sprachen sich dafür aus, ihre Kinder nach Lengede zu schicken. Mit Blick auf die Ergebnisse in den einzelnen Gemeinden sieht es schon wieder ganz anders aus. In Wendeburg sprechen sich nur etwa 15 Prozent für den Standort Lengede aus. Das mag an den langen Wegen zwischen den Wendeburger Ortschaften und Lengede liegen. Dieses Argument zählt weniger für die Schüler aus der Gemeinde Ilsede. Dort sprachen sich 17 Prozent für eine Gesamtschule aus. In Lahstedt sind es schon wieder knapp 60 Prozent. Die Eltern aus der Gemeinde Lengede, dem Standort der geplanten Gesamtschule, votierten 74 Prozent der Eltern für die integrierte Schulform.

Interessant ist ein Vergleich des Ergebnisses zwischen den Gemeinden Vechelde und Ilsede. In beiden Kommunen gibt es ein Gymnasium und das Votum in Ilsede ist eindeutig. Dort wollen 51 Prozent der Eltern ihre Kinder auf das Gymnasium schicken. In Vechelde sind es dagegen nur 33 Prozent, die sich für ein Gymnasium als wünschenswerte Schulform für ihren Nachwuchs aussprechen. Dafür würden 52 Prozent der Eltern ihre Kinder zu einer Gesamtschule in Lengede schicken.

Abgeschlagen sind in allen Gemeinden die Hauptschulen. Zwei Prozent Zustimmung gibt es für diese Schulform im Peiner Land.

Wo fängt Gewalt an und wie sollte man auf Gewalt reagieren? Dies war nur eines der Themen während der Projekttage „Soziales Lernen“ an der Hauptschule Vechelde. „Die Schule hat eine Erziehungsaufgabe, der wir mit diesen Tagen in spezieller Weise nachkommen“, erläutert Schulleiterin Sabine Wenzel. So wolle die Schule konkrete Hilfestellungen in bestimmten Lebenssituationen geben.

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