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Wenn im Aufzug das Licht ausgeht

Vechelde-Wierthe Wenn im Aufzug das Licht ausgeht

Was haben ein Kühlschrank und ein Aufzug gemeinsam? Richtig, in beiden brennt Licht. Ingenieure der Firma Henning in Wierthe haben jetzt ein Gerät entwickelt, das Licht in leeren Aufzügen ausschaltet. Mit der Technik könnte in Deutschland ein ganzes Atomkraftwerk eingespart werden.

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Zeigen stolz den „Lightwatcher“, der Energie in Aufzügen einsparen soll: Henning-Entwicklungschef Tim Ebeling (rechts) und Hardware-Entwickler Michael Brüggemann mit dem Mini-Seismograph und einer Energieeffizienztabelle.

Quelle: mic

Vechelde-Wierthe . Kühlschränke und Aufzüge haben aber noch mehr Gemeinsamkeiten, verrät Tim Ebeling, Entwicklungsleiter der Henning-Niederlassung in Wierthe. Denn seit März gibt es wie für Haushaltsgeräte auch für Aufzüge Energieeffizienzklassen, die von A wie sparsam bis G wie verschwenderisch reichen. „Viele Aufzugsanlagen gehören leider zu den Energieverschwendern“, sagt Ebeling.

Das Sparpotenzial bei Aufzügen sei enorm: „Ein gewöhnlicher Personenaufzug fährt maximal eine halbe Stunde pro Tag und steht den Rest des Tages ungenutzt“, sagt der 34-Jährige. Im Gegensatz zum Kühlschrank, der die Beleuchtung abschaltet, sobald die Tür geschlossen ist, bleibt bei vielen Aufzugsanlagen die Beleuchtung ständig angeschaltet. Rechnet man die so verschwendete Energie in den etwa 650 000 Aufzügen in Deutschland zusammen könnte theoretisch ein Atomkraftwerk eingespart werden, sagt der Entwicklungsleiter.

Das Gerät, das die Wierther Ingenieure entwickelt haben, ist etwas kleiner als eine CD und mit einem hochempfindlichen Seismographen bestückt, der minimale Erschütterungen registriert. Der „Lightwatcher“ erkennt Menschen in der Kabine sowie Bewegungen der Türen oder der gesamten Kabine. Sobald er feststellt, dass der Aufzug nicht genutzt wird, schaltet er das Licht aus. Die Kostenersparnis für durchschnittlich 1100 verschwendete Kilowattstunden im Jahr pro Aufzug beziffert Ebeling auf bis zu 300 Euro pro Jahr.

Laut Ebeling ist das patentierte Gerät, das etwa 100 Euro kostet, bisher über 2000 Mal verkauft worden, unter anderem nach Amerika, Australien, China und Indien. Der „Lightwatcher“ sei im Grunde ein „Abfallprodukt“ , erklärt Ebeling mit einem Schmunzeln. Henning-Produkte wie Sicherheits-Sensoren für Riesen-Aufzüge in Hochhäusern in Dubai seien im Aufbau wesentlich komplexer. Die Technik in dem neuen Gerät sei vergleichsweise simpel, etwa wie die in einem Kühlschrank.

Michael Lieb

Stichwort

Aufzugs-Spezialist Henning

Das Unternehmen Henning, das auf Aufzugskomponenten und Diagnosesysteme spezialisiert ist, hat seinen Hauptsitz in Schwelm. Die Entwicklungsabteilung ist im Herbst 2008 von Braunschweig nach Wierthe in der Gemeinde Vechelde umgezogen. Dort übernahm das damals fünfköpfige Team um Tim Ebeling den etwa 800 Quadratmeter großen Komplex der ehemaligen Hopert Maschinen GmbH. Mittlerweile sind in der Abteilung neun Mitarbeiter, davon sechs in Vollzeit, beschäftigt. Der Umsatz ist in den vergangenen zwei Jahren um das anderthalbfache auf etwa zwei Millionen Euro angewachsen. Eine große Rolle haben dabei die Innovationen aus Wierthe gespielt.

mic

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