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Lengede/Vechelde/Wendeburg Vom Aussterben bedrohte Heuschrecke in Bortfelder Sandgrube gefunden
Kreis Peine Lengede/Vechelde/Wendeburg Vom Aussterben bedrohte Heuschrecke in Bortfelder Sandgrube gefunden
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22:00 10.09.2014
Vom Aussterben bedroht: Die Blauflügelige Sandschrecke. Quelle: Dr. Eva Goclik
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„Das ist ein völlig neues Gebiet für mich“, beschreibt Henke, der kurzerhand unter die Orthopterologen, also die Experten für Heuschrecken, gegangen ist, als er am 18. August zusammen mit Sabine Heidebrecht in Bortfeld die Blauflügelige Sandschrecke entdeckte. „Eigentlich wollten wir uns den Nordteil der Grube ansehen, als plötzlich eine Heuschrecke vor mir aufsprang“, schildert er. Geschult durch seine Beschäftigung mit Schmetterlingen, gelang es dem Alvesser, das Tier auf die Hand zu nehmen und von Heidebrecht fotografieren zu lassen.

Zuhause beschäftigte sich Henke dann mit der Bestimmung des Insekts und wurde im Forum eines Tierfotografen fündig. Seinen Fund meldete der Naturschützer dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), wo man ihn beglückwünschte. „Sie waren völlig aus dem Häuschen“, freut sich Henke über diese Sensation.

Jedoch: Er hatte noch keinen Experten hinzugezogen, was er sofort nachholte. Josef Tumbrinck, zweiter Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Orthopterologie, riet ihm, sofort weitere Untersuchungen in der Kuhle vorzunehmen und zu überprüfen, ob eine Population vorhanden und diese reproduktionsfähig ist.

Gesagt, getan: Zusammen mit Dr. Eva Goclik begab sich Henke auf Heuschrecken-Suche und wurde fündig. Rund 150 Fotos waren das Ergebnis, die ausgewertet eine reproduktionsfähige Population belegen: „Wir haben allein in einem Bereich 29 Schrecken gezählt“, berichtet der Amphibienbeauftragte.

„In den letzten 33 Jahren hat es 117 Meldungen der Blauflügeligen Sandschrecke in Niedersachsen gegeben“, verdeutlicht Henke die Besonderheit seiner Entdeckung. Und auch der Braune Sandlaufkäfer, der ihnen praktisch nebenbei vor die Linse geriet, ist bisher erst drei Mal im Landkreis Peine gesichtetet worden - das letzte Mal vor 26 Jahren.

Als Naturschützer hofft der Amphibienschutzbeauftragte, dass die Bortfelder Grube so belassen wird, wie sie ist. Zuletzt war die Verfüllung der Grube gestoppt worden.

mir

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