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Lengede/Vechelde/Wendeburg Vechelder findet die sterblichen Überreste seines Vaters
Kreis Peine Lengede/Vechelde/Wendeburg Vechelder findet die sterblichen Überreste seines Vaters
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17:00 18.07.2018
Mitglieder des Suchtrupps suchen mit Metalldetektoren nach den Erkennungsmarken der Gefallenen in Tautino. Quelle: privat
Vechelde

Drei Such- und Sondierungsaktionen lagen bereits hinter Kurt Steffens, einen Hinweis auf das Grab seines Vaters Emil Steffens hatten sie nicht gebracht. „Eigentlich war eine vierte Suche nicht mehr geplant“, erzählt der Vechelder.

Doch dann erhielt er weitere Hinweise: Karten und Grabfotos, die seine Mutter von Kameraden erhalten hatte, die er an die Zentrale des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Kassel sowie an die Moskau-Abteilung sandte.

Suchaktion im Mai brachte den Erfolg

Diese beschloss daraufhin eine weitere Suchaktion im Mai dieses Jahres, bei der Gebeine gefunden werden konnten. „Dort, wo seit dem Jahr 2000 der Gedenkstein liegt“, erzählt Steffens. Ein Bekannter aus Tver hatte den Stein an der vermuteten Grablage niedergelegt, ein anderer Angehöriger hatte dort für seinen gefallenen Onkel eine Gedenktafel aufgestellt.

Bei der Suche wurde eine Gruppe mit drei Mitarbeitern unter Leitung von Alexander Chalimantschuk, einem „verständnisvollen, netten und mitfühlenden Menschen“, wie Steffens sagt, eingesetzt. Sie hatten zunächst das Suchgebiet anhand alter Militärkarten, Fotos, Luftbilder und mit Hilfe der Beschreibung von Zeitzeugen festgelegt. Anschließend wurde das Gebiet mit Metallsonden abgesucht, um Erkennungsmarken zu finden.

Gebeine von 91 deutschen Gefallenen wurden gefunden

Für Kurt Steffens war es ein inneres Bedürfnis, die Überreste seines Vaters zu finden, um sie in eine würdevolle Ruhestätte umzubetten. Seit 1991 hatte er nach ihm gesucht. Umso bewegter war der 76-Jährige, als ihn schließlich wieder zu Hause in Vechelde die Nachricht erreichte, dass die Gebeine von 91 deutschen Gefallenen und 16 Erkennungsmarken gefunden wurden.

„Die Erkennungsmarke von meinem Vater war nicht dabei“, sagt Steffens. „Aber er ist unter den Geborgenen, da er zu der Gräberreihe der am 25. Oktober 1941 Gefallenen gehört.“

Nun gehen für die anschließenden Arbeiten noch Monate ins Land: Alles muss protokolliert, die Gebeine der Toten vermessen und damit ihr Alter bestimmt werden. Die Angehörigen müssen benachrichtigt und die sterblichen Überreste der Gefallenen in Pappsärge gebettet werden.

Die Beisetzung und Umbettung nach Rshew soll voraussichtlich im Juni 2019 erfolgen. Auf diesem Kriegsgräberfriedhof für den Großraum Tver/Moskau wurden bereits schon fast 40 000 deutsche Soldaten umgebettet.

Das Dorf Talutino gibt es heute nicht mehr

In einem kleinen russischen Dorf namens Talutino zwischen den Städten Rshew und Tver fiel Kurt Steffens Vater Emil am 25. Oktober 1941. Heute gibt es den Ort nicht mehr, was die Suche nach den sterblichen Überresten des Vaters erschwerte.

Erst durch Kartenauswertungen und Aufklärungs-Luftbilder konnte die Lage des Dorfes bestimmt werden.

Kurt Steffens Vater Emil Steffens wurde 1910 geboren. Er war der Sohn der Mühlenbesitzer-Familie Steffens in Neuland im Landkreis Stade, Gemeinde Wischhafen. Auch er erlernte den Beruf des Müllers und heiratete Anni, die Tochter des Ehepaars Richters, das eine Dorfschlachterei in Wischhafen besaß.

Seinen einzigen Sohn, Kurt Steffens, sollte er nie kennenlernen. Nur durch die Feldpost erfuhr er von der Geburt seines Sohnes im August 1941.

Im Zuge der Suche nach den sterblichen Überresten seines Vaters fährt Kurt Steffens seit 1991 mit seiner Frau Elke Steffens mit dem Auto nach Russland. Dort haben sich in all der Zeit Freundschaften mit russischen Familien entwickelt, die Deutsch oder Englisch sprechen und mit Übersetzungen helfen konnten. Meistens ging es dabei auch über Weißrussland, wo Steffens humanitäre medizinische Hilfe für ein Krankenhaus im Minsk-Bezirk leisteten. Rund 2500 Kilometer legen sie dabei aus Vechelde bis nach Russland zurück.

Von Mirja Polreich

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