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Lengede/Vechelde/Wendeburg Ausländerbehörde lässt Vechelder Ehepaar nicht zusammen leben
Kreis Peine Lengede/Vechelde/Wendeburg Ausländerbehörde lässt Vechelder Ehepaar nicht zusammen leben
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00:20 30.11.2018
Bernd und Branislava Gisch möchten zusammen in Deutschland leben. Doch die Ausländerbehörde erkennt das Sprachzertifikat der 58-Jährigen nicht an. Quelle: Janine Kluge
Vechelde

Bei einem seiner letzten Auslandseinsätze vor fünf Jahren in Serbien im Zuge der Flüchtlingskrise hat Bernd Gisch seine Branislava kennengelernt. „Unser Team war in Sid nahe der Grenze zu Kroatien untergebracht, in der Zeit dort habe ich meine Frau getroffen“, schildert der 57-Jährige, der mit der Hilfsorganisation Humedica als Sanitäter weltweit bei Katastrophen im Einsatz war und das Bundesverdienstkreuz erhielt. Nach gegenseitigen Besuchen in Deutschland und Serbien heiratete das Paar im August dieses Jahres in Serbien.

Sprachzertifikat wird nicht anerkannt

„Jetzt möchten wir zusammen in Deutschland leben“, sagt Gisch. Doch es gibt ein Problem: „Die Ausländerbehörde in Peine erkennt ihr Sprachzertifikat nicht an“, so der Vechelder. Als Grund sei ihnen genannt worden, dass auf dem Zeugnis nicht vermerkt sei, dass Branislava den Kurs auch auf Deutsch absolviert habe. „Sie sagen, sie könnte ihn ja auch auf Spanisch oder Französisch gemacht haben“, ärgert sich Gisch.

Sprachschule sei nicht zertifiziert

Um in Deutschland bleiben zu dürfen, benötige Branislava Gisch einen Sprachnachweis, so Kreissprecher Fabian Laaß. „Es liegt zwar ein Sprachzertifikat vor, welches jedoch im Juli 2017 im Ausland bei einer nicht anerkannten und nicht zertifizierten Sprachschule erworben wurde. Zudem darf das Zertifikat nicht älter als ein Jahr sein“, erläutert der Sprecher.

Hannover pocht nicht auf Zertifikat

Nur wenige Kilometer westlich, in Hannover, liegen die Dinge allerdings anders: Die hannoversche Stadtverwaltung prüfe beim Ehegattennachzug das Vorliegen einfacher Deutschkenntnisse bei der Vorsprache selbst und unabhängig davon, ob ein Institut Sprachkenntnisse bestätigt habe oder nicht, teilt Sprecher Dennis Dix auf PAZ-Anfrage mit. Auch das Niedersächsische Innenministerium lässt über die Pressestelle mitteilen, dass ein besonderer Nachweis nicht erforderlich sei, wenn die geforderten Deutschkenntnisse des Ehegatten offenkundig seien.

„Meine Frau spricht gut Deutsch, das hat die Sachbearbeiterin in der Behörde selbst gehört. Ich habe alle Unterlagen beschafft, die sie angefordert haben“, bringt der VW-Mitarbeiter seine Verzweiflung zum Ausdruck.

Ehefrau benötigt Visum

Allerdings ist der Sprachnachweis nicht das einzige, das Branislava Gisch für ein Leben an der Seite ihres Mannes fehlt: Sie benötigt ein Visum von der Deutschen Botschaft in Belgrad. Zwar habe die Frau die Möglichkeit, das Visaverfahren nachzuholen, dafür müsse sie jedoch das Land verlassen, so der Kreissprecher. Ein neues Visum bei der Botschaft in Belgrad zu beantragen dauere aber, so Gisch. Er habe es bereits am 10. Juni beantragt und bislang keinen Termin erhalten. Den Antrag auf Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis hat der Landkreis abgelehnt.

Landkreis erkennt Attest nicht an

Bei ihrer geplanten Ausreise nach Serbien am 23. November vom Busbahnhof Hannover habe seine Frau einen Nervenzusammenbruch erlitten. Ein Arzt bescheinigte, dass die 58-Jährige aufgrund einer depressiven Episode bis auf weiteres nicht reisefähig sei. Das Attest allerdings erkennt der Landkreis nicht an, da es sich nicht um ein fachärztliches Gutachten handele, sondern von einem Arzt für innere Medizin ausgestellt wurde, so der Kreissprecher. Nun hat Branislava Gisch einen Termin beim Gesundheitsamt. Nur, wenn ihr dort die Reiseunfähigkeit bestätigt wird, darf sie vorerst in Deutschland bleiben. Andernfalls muss sie das Land verlassen.

Von Mirja Polreich

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