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Lengede/Vechelde/Wendeburg Urkomisch - eine Trauerrede auf den Sozialstaat
Kreis Peine Lengede/Vechelde/Wendeburg Urkomisch - eine Trauerrede auf den Sozialstaat
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23:15 11.07.2012
Die „Magdeburger Zwickmühle“: Hans-Günther Pölitz und Lothar Bölck im „teatr dach“. Quelle: ISABELL MASSEL

Bemerkenswert weit nach unten kann Bölck die Mundwinkel ziehen. „Hast du Angela Merkel im Dunkeln gesehen“, fragt daraufhin sein Kompagnon. Doch Bölck klärt auf: Der Sozialstaat ist gestorben. Das Begräbnis soll irgendwo zwischen den bedeutenden Orten Sorge und Elend stattfinden. Und er wurde gezwungen, die Trauerrede zu halten. „Mit Gewalt?“, fragt Pölitz. „Nein, mit Geld“, antwortet Bölck daraufhin. Gemeinsam bereiten sie die Rede vor. Pölitz soll ein Lied anstimmen, das zu Bölcks Gesicht passt. „So viele Tasten habe ich gar nicht“, kontert er und stimmt den „Holzmichel“ in Moll an. Währenddessen spannt Bölck einen schwarzen Schirm auf, weil „es bei Beerdigungen immer regnet“. Der ist völlig zerfleddert und stellt somit eindrucksvoll den „Rettungsschirm für den Sozialstaat“ dar.

Das Publikum lässt sich mitreißen und bricht immer wieder in großes Gelächter aus. Urkomisch sticheln die beiden Kabarettisten und können dabei über sich selbst lachen. Zum Beispiel als Bölck versehentlich fragt: „Kannst du mir ein Musikspiel stücken?“ Auch als der Schirm ungewollt die Bühnendecke berührt, wird das gekonnt eingearbeitet. „Schau, wie niedrig das Niveau schon wieder ist“, sagt Pölitz. Bölck kontert: „Auch ein Schirmherr muss ein Dach über dem Kopf haben!“

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