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Tauben fliegen für Olympia

Meerdorf Tauben fliegen für Olympia

Meerdorf. Ein spezielles Futter, Vitamine und Mineralien sowie ein ausgiebiges Flugtraining – Steffen Brenneke bereitet fünf seiner Brieftauben auf ein besonderes Ereignis vor: Sie nehmen am Olympia-Flug in London teil.

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Trainieren für den Olympia-Flug in London: Die Tauben von Züchter Steffen Brenneke.

Quelle: cb

Lautes Gegurre und Flügelschlagen ist zu hören, als Steffen Brenneke den Taubenschlag betritt. Mit sicherer Hand greift er ein Tier heraus, eine seiner erfolgreichsten Tauben. „Er hat das Rennen über 690 Kilometer von Kattowitz gewonnen“, erzählt der 39-jährige Meerdorfer stolz. Auch bei Wettflügen in Warschau und Paris erzielte das Tier Platzierungen. „Eine starke Leistung.“

Daher setzt Brenneke auch beim Olympia-Flug, der am 11. August in London startet auf seinen Vorzeigeathleten. Zusätzlich hat er vier weitere Tauben zum Rennen angemeldet, an dem Verbände aus ganz Europa teilnehmen. Dabei müssen die Tauben teilweise Distanzen bis zu 1000 Kilometer zurücklegen, für Brennekes Tiere sind es 720.

„Es gibt Tauben, die das an einem Tag schaffen“, weiß Brenneke. Wie bei echten Athleten beginnt das Training dafür schon im Kindesalter. Der Meerdorfer Taubenzüchter hat zu diesem Zweck einen Drahtkorb am Schlag der Jungtauben befestigt. „Darin liegen sie und beobachten den Himmel, sehen die Greifvögel und lernen ihre Umgebung kennen“, erklärt er. „Das schult die Sinne und sie wissen später, wo sie zu Hause sind.“ Flüge ums Haus trainieren die Grundkondition, später folgen Wettflüge, erst über kürzere Distanzen, dann über die Langstrecke. Um sich auf den Olympia-Flug vorzubereiten, trainieren die Tauben zwei Mal am Tag.

Größte Gefahren auf dem Flug sind Greifvögel, Schlechtwetterfronten und Hochspannungsleitungen. „Tauben sind eigentlich Schwarmflieger“, erklärt er. Da aber jede Taube zu ihrem Heimatschlag zurückkehren muss, löst sie sich irgendwann aus dem Schwarm – und kann damit zu einem gefundenen Fressen für Greifvögel werden. Nicht ganz ungefährlich könnte auch die Überquerung des Ärmelkanals werden. „Aber das ist gleich am Anfang, da haben sie noch viel Kraft und Mut“, ist Brenneke überzeugt.

Für die Tauben startet die Reise schon am 8. August – drei Tage vor Rennbeginn. Dann werden sie in speziellen Boxen mit einem Taubentransport nach Bovingdon, nahe London, gebracht, wo sie aufgelassen werden.

Auf ihrem Weg zurück nach Hause orientieren sich die Brieftauben an der Sonne, dem Magnetfeld der Erde und – speziell die Meerdorfer Tauben – „an der A2“, sagt Brenneke mit einem Lachen.

Wie die Doping-Kontrollen bei den Olympischen Spielen werden auch die gefiederten Sportler überprüft – etwa, ob es sich tatsächlich um den Heimatschlag der Taube handelt. Ein elektronisches Gerät am Schlag registriert über den Ring am Bein der Taube, wann sie zurückgekehrt ist.

Als Symbol des Friedens wurden Tauben ab 1920 auch bei den Olympischen Spielen freigelassen. Der Programmpunkt wurde jedoch wieder gestrichen, nachdem 1988 in Seoul einige Tauben im olympischen Feuer verbrannt waren. „In diesem Jahr wurden sie bei der Eröffnungsfeier symbolisch dargestellt“, erzählt Brenneke.

Gold, Silber, Bronze – Medaillen gibt es für die gefiederten Athleten nicht zu gewinnen, dafür aber den Titel „Olympia-Taube 2012“ – und natürlich ein Preisgeld für den Züchter.

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