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Lengede/Vechelde/Wendeburg Spannende Vorträge über Bergbau-Geschichte
Kreis Peine Lengede/Vechelde/Wendeburg Spannende Vorträge über Bergbau-Geschichte
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12:00 04.08.2017
Werner Cleve (links) und Rolf Dräger erklären das Schachtgelände um 1931 Quelle: privat
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Lengede

Einen Vortrag zum Thema „Eisenerzgewinnung der Grube Lengede-Broistedt im Tagebau und die Erzaufbereitung“ hielten vor einiger Zeit Werner Cleve und Rolf Dräger im Lengeder Rathaus. Fast 50 Zuhörer begrüßte Cleve zu dem vierten Vortrag in diesem Jahr. Zum Hintergrund: Vor 40 Jahren endete die 105-jährige Bergbaugeschichte in Lengede. Mit Fachvorträgen will die Arbeitsgruppe Bergbau der Ortsheimatpflege diese Geschichte in Erinnerung bringen und halten.

Cleve ging zunächst auf die Anfänge des Tagebaus im Peiner Südkreis ein. „Die Lengeder Bergbaugeschichte begann im Jahre 1872, als die Ilseder Hütte das Bodenstedter Eisenerzfeld Sophienglück kaufte und mit der Eisenerzförderung im Tagebau für ihr Hochofenwerk in Ilsede begann“, erklärte der Experte und zeigte dazu diverse Lichtbilder.

Schlaglichter der Anfangsjahre der Bergbau-Geschichte waren etwa der Bau der Schmalspurbahn von Lengede nach Groß Ilsede im Jahre 1884 oder auch die erste Stromleitung von Ilsede zum Bergbau nach Lengede im Jahre 1913. „Bereits 1910 wurden im Abraum Dampflöffelbagger eingesetzt. Ein Bagger ersetzte 21 Bergleute. Vorher wurde Abraum und Erz von Hand abgebaut“, erläutert Cleve. Von 1918 bis 1927 entstand dann der Seilbahnberg, das heutige Wahrzeichen, durch Aufschüttung von Abraumerde aus dem Tagebau Mathilde, weil im Tagebau kein Platz zum Verschütten vorhanden war.

Auch das Grubenunglück im Jahre 1963 gehört natürlich zur Geschichte des Bergbaus. 29 Bergleute starben damals, als „Wunder von Lengede“ wurde die Rettung von elf Männern 14 Tage nach dem Unglück bezeichnet.

Am 30. Dezember 1977 wurde dann die letzte Lore geförderte. „Die wirtschaftlich gewinnbaren Eisenerzvorräte waren erschöpft“, erläutert Cleve. In 105 Jahren wurden 55,7 Millionen Tonnen Eisenerz gefördert, davon 42,9 Millionen im Tiefbau und 12,8 Millionen im Tagebau. Am 20. September 1979 wurde der Förderturm von Schacht Mathilde gesprengt und Ende des Jahres die Grube Lengede-Broistedt aus der Bergaufsicht entlassen.

Rolf Dräger sprach über die Erzaufbereitung in Lengede ab dem Jahre 1957. „Das Ton-Roherz von Lengede ist unverhüttbar. Ausschließlich die Aufbereitung dieses Erzes bestimmt die Verwertbarkeit“, so der Experte, der folgendes Fazit zog: „Die verfahrenstechnische und wirtschaftliche Effektivität einer Aufbereitung leistet einen entscheidenden Beitrag zur Wirtschaftlichkeit einer Bergwerksanlage.“

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Von Tobias Mull

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