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"Schwarz war früher die Farbe der Braut"

Vechelde "Schwarz war früher die Farbe der Braut"

Vallstedt. Ein schwarzes Brautkleid: Was heute außergewöhnlich klingt, war bis Ende des 19. Jahrhunderts üblich, schildert Gabriele Strebe. Die 52-jährige Vallstedterin hat ein besonderes Hobby: Sie sammelt alles rund um das Thema Hochzeit.

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Gabriele Strebe mit einem Trauschein von 1850.

Quelle: web

Unter dem Dach des Vallseums liegen Gabriele Strebes Schätze - ihre Hochzeitssammlung füllt mehrere Vitrinen und vor allem zahlreiche Ordner - etwa 1600 Fotografien von Hochzeitspaaren hat sie mittlerweile gesammelt. Einige Bilder zeigen die Verwandtschaft, eines sogar sie selbst und ihren Mann, die meisten stammen jedoch von Flohmärkten, die Namen und Schicksale der Abgebildeten kennt Strebe nicht.

„Zuerst kam ich mir dabei schon komisch vor“, erzählt die 52-Jährige. „Anderseits sind sie bei mir gut aufgehoben, denn hier werden sie für die Nachwelt erhalten.“ Hochzeiten sind etwas Besonderes, findet Strebe, „und sie werden es immer bleiben.“

Besonders interessiert sich die Vallstedterin für die Brautmode. „Es hat damit angefangen, dass ich ein Album mit weißem Ledereinband geschenkt bekam“, erinnert sie sich. Statt Urlaubsbilder einzukleben, entschied sie sich für Hochzeitsbilder aus ihrer Familie. „Sie stammten aus dem Zeitraum von 1960 bis 1980 - und schon dieser kleine Abschnitt war wahnsinnig interessant.“

Inzwischen umfasst ihre Sammlung einen weitaus größeren Zeitraum, das älteste Hochzeitsbild ist von 1896.

„Schwarz war damals die Farbe der Braut“, schildert sie. „Das war zweckmäßig, denn das Kleid konnte öfter angezogen werden - etwa als Sonntagskleid oder bei Feiern. Das hat sich bis zum Ende des 19. Jahrhunderts gehalten.“ Erst mit der Industrialisierung habe der Trend zu weißen Brautkleidern begonnen.

Waren die Kleider Anfang des 19. Jahrhunderts noch auf Taille geschnitten, gab es in den 1920er-Jahren eine Revolution, sagt Strebe mit einem Lachen. „Es wurden keine Korsetts mehr getragen, die Kleider sahen aus wie Säcke.“ Dafür wurden die Kleider kürzer - sie endeten unterhalb des Knies.

Tortenfiguren, Trauscheine, Hochzeitszeitungen und Spielzeug, wie etwa der Playmobil-Hochzeitspavillon, gehören ebenfalls zur Sammlung. Wie auch die mehr als 40 Puppen in Brautkleidern: „Ich bringe sie als Souvenirs aus dem Urlaub mit“, erzählt Strebe. So stammen die Puppen etwa aus Polen, Bulgarien, Rumänien, der Türkei und Norwegen.

Ihre Sammelleidenschaft teilt Gabriele Strebe mit ihrem Mann, der Ortsheimatpfleger in Vallstedt ist. „Er unterstützt mich dabei“, erklärt sie. Auch Besucher des Vallseums seien bislang begeistert gewesen.

Wenn ihr die Sammlung eines Tages zu viel werden sollte, möchte Strebe sie gern an ein Hochzeitsmuseum abgeben. Darauf muss die 52-Jährige allerdings noch etwas warten, weiß sie: „Denn bislang gibt es in Deutschland noch keines.“

web

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